18. Nationale Beständeschau und Hengstkategorisierung für Vollblutaraber
Rennbahnareal Frauenfeld - 7./8. August 2010

 

Best in Show, Beste in der Schweiz gezogene Stute und höchste Punktezahl aller vorgestellten Pferd alles dies trifft auf Nil Nikinikee (QR Mark x Nil Nana) von Urs Aeschbacher, Nile Arabians zu. Mit 9er Noten in Typ, Kopf, Hals und Gesamteindruck errechte die Jählingsstute einen Notenschnitt von 7.8 Punkten. Die helle Fuchsstute mit beinahe weisser Mähne und Schweif bezauberte gleichermassen die Zuschauer wie die Richter und war am Samstag morgen ein toller Start in die 18. Nationale Beständeschau und Hengstkategorisierung für Vollblutaraber der SZAP.

Zum ersten Mal fand dieses Jahr die zweitägige Schau auf dem Rennbahnareal, Allmend in Frauenfeld statt. Unter der OK Leitung von Alois Steiner und Natalie Wild fanden fast 70 Pferde den Weg in die helle Reithalle und wurden den internationalen Richtern vorgeführt. Frau Elisabeth Chat aus Österreich, Frau Joanne Lowe aus England und Herr Dr. Ton Hulshof aus der Niederlande bewerteten die Pferde welche an der Hand im Stand, Schritt und Trab sowie im Freilauf in Trab und Galopp gezeigt wurden, in elf Kriterien aus Exterieur, Gang und dem Gesamteindruck.

Die Beständeschau 2010 war das Jahr der Stuten: Von allen 30 vorgestellten Stuten erreichten 21 und damit 70% den Rappel (Durchschnittsnote von 7.0 oder höher). Sechs von neun Stutfohlen erreichten mehr als 7 Punkte. Bei den 19 Hengsten erreichte knapp ein Drittel den Rappel und keines der vorgestellten Hengstfohlen kam in den Rappel.

Highlights der beiden Tage war, nach Nil Nikinikee, auch der mit 25 Jahren älteste Teilnehmer der Schau Gual Moghar (Navarro III x Gual Dogan) von Rene Wild, el saud arabians. Der in Spanien gezogene Schimmel erreichte 7.7 Punkte und war somit der höchst bewertete Hengst der Schau.

Weitere Importe erreichten ebenfalls gute Noten. So erreichte der polnische Schimmelhengst Falar (Salar x Fiszka) 2006 von Christina Gorwoski aus Füllinsdorf 9er Noten im Trab und damit Total 7.3 Punkte. Klassenbeste der 11jährigen und älteren Stuten wurde mit 7.3 Punkten, die in Tersk gezogene Misteria 1998, eine Balaton Tochter aus der Magnitka von Gips. Stéphanie Javet, Naphis Arabians hat sich mit dieser Fuchsstute eine weiter Perle für ihre Zucht erworben. 7.2 Punkte erreichte die filigrane Schimmelstute Estiva de Fontanel (Estaman Ibn Estopa x Pireva) 2002 von Sabine Knöpfli aus Felben-Wellhausen und auch Mirona (Mirok Monpelou x Marei v. Kilimandscharo) 1998, eine wunderschöne Dunkelfuchsstute im Besitze von Martin Wanzenried aus Steffisburg erhielt 7.2 Punkte.

Zurück zu den Schweizer Züchtern! Sehr gute und gute Noten erreichten auch Pferde aus den bekannten Gestüten wie MZ-Vollblutaraber, Al Guwa, Al Naseem, Al Sabhah, Thiévent oder Emaj. Letzteres gewann das Fohlenchampionat mit dem Fuchsschimmel Muhajara Bint Al Hadiyah (Al Hadiyah AA x Muhadschirina). Muhajara erreichte 7.3 Punkte so viele Punkte wie ihr Gestütsgspänli Siraj Al Lail (Lorenz el Yllan x Al Shareefah). Mit Siraj betrat das erste Mal überhaupt auch eine Freibergerstute den Ring. SOS Fohlen ermöglicht Siraj ein Aufwachsen mit einem Leih-Mami.

Bei den Stutfohlen wurden weiter goldprämiert mit 7.2 Punkten Safanad al Sabhah (Nashem al Sabhah x Nabila al Sabhah) von Brigitte Arnold aus Busswil/Melchnau. Aus Wettingen ist Margot Zinniker MZ-Vollblutaraber mit zwei Pferden angereist und mit zwei Goldmedallien sind sie aus Frauenfeld zurückgekehrt. Das Stutfohlen MZ-Dalawi (L.A. Nadeshnijj x W.A. Djambala) ereichte 7.2 Punkte und die dunkelbraune Jährlingsstue MZ-Kjbrjya (QR Marc x L.A. Korona) 7.5 Punkte. Al Guwa Arabians aus Höfen erreichte mit ihrer dreijährigen dunkelbraunen Al Guwa Belicia (Shaklan Ibn Bengali x Barca) ebenfalls 7.5 Punkte. Belicia erhielt zwei Mal die Höchstpunktzahl 10 für ihren überaus typvollen Kopf! A.N. Madanya (Nikel x Mamba) eine siebenjährige Schimmelstute aus dem Gestüt Al Naseem von Dr. Marina und Dr. Rudolf Groner aus Iffwil erreichte 7.3 Punkte. Und gezüchtet von Didier und Ivana Thiévent erreichten Baheera (Bajkal x Evelina) 2006 sowie Danajah (Dinar x Evelina) 1997, im Besitze von Marianne Christen Merlischachen, je 7.2 Punkte.

Bester in der Schweiz gezogener Hengst war mit 7.2 Punkten der braune Jährlingshengst MS Masou (Forever Besson x Lady Magic Star) gezüchtet und im Besitze von Christine Pellanda und Alois Steiner aus Feusisberg. Mit ebenfalls 7.2 Punkten bewertet wurde der sehr maskuline grosse Rapphengst Caid Jabbar (Simeon Sadik x Layaali) 1998 von Heiner Bürgin aus Seewen. Beide Hengste erreichten wohl dieselbe Punktezahl und dieselbe Punktetotal im Typ, MS Masou schlug aber Caid Jabbar im Gesamteindruck um einen Punkt.

Die am Samstag Nachmittag ausgetragene Hengstkategorisierung wurde seit 2004 erstmals, losgelöst von der ZAM, von der SZAP in eigener Regie durchgeführt. Die Hengste wurden dafür, zusätzlich zur Bewertung in der Halle auch noch "Draussen" auf hartem Untergrund vorgeführt. Dies zur besseren Gangkontrolle. Final werden die Hengste dann A, B oder C eingestuft. Caid Jabbar erreichte hier als höchstbenoteter Hengst eine totale Punktezahl von 7.7 und wurde damit "B" bewertet. (Im Gegensatz zur Beständeschau, werden die Noten bei der Kategoriserung unter den Richtern abgesprochen und statt deren drei Noten pro Kriterium, wird nur einen Note vergeben.)

Folgende Hengste wurden ebenfalls "B" bewertet: Zarkes (Ekstern x Zaragossa HT) 2000 mit 7.5 Punkten von Marianne und Tino Neff aus Dotnacht. Falar (Salar x Fiszka) 2006 mit 7.3 Punkten von Christina Gorwoski, gleich benotet wie am Morgen. Je 7 Punkte erreichten L.A. Cascabel (Shaklan Ibn Bengali x L.A. Contessa) 2001 von Peter Anderegg aus Schöftland und Metalica (Ekstern x Diamond Light) 2000 im Besitze von Rolf Wehrli aus Weinfelden.

"C" eingestuft wurde Bendigo la Suerte (Thee Brigadier x Nirvana) 2006 von Walther und Anne-Marie Lüthi, Oberstrocken, Pomeroy (El Sid x Peshawa) 2007 von Bruno Hürlimann aus Buonas, Bolero Ibn El Sueño (El Sueño x Bafran Sfenburaia) 1997 von Melanie Schalch aus Kreuzlingen, Cytrus (Fagot x Cerasna) 1997 von Tonja Schilliner aus Männedorf sowie Podrakan (Pobeditel x Drakanka) 2003 von Ursula Huber aus Raperswilen.

Das OK der Beständeschau hat keine Mühe gescheut ein abwechslungsreiches Schauprogramm auf die Beine zu stellen. Drei Pas-de-Deux und eine Freiheitsdressur haben die Mittagszeit überbrückt und das Schauprogramm geschmückt. Franziska Baumann und Franziska Kammler mit den Wallachen Kubayshan (Kubian x Nabira) 2003 und El Divino (El Sueño x Bafran Sfenburaia) 2001 haben mit einem lockeren Reiten das Programm eröffnet. Natalie Wild und Roxanne Gräflein haben mit E.S. Castilla (Hamra Aligance x Chopita) 2003 mit dem Fohlen Caleema (von L.A. Kublai Khan) bei Fuss und dem Wallach E.S. El Coranzon (E.S. Wizar II x E.S. Estopa) 2004 ein sehr buntes "Babyblues" Programm geritten und gezeigt, dass Araber auch mit bunten Ballonen geschmückt reitbar sind und bleiben. Melanie Schalch und Corinne Brändle mit Bolero Ibn El Sueño und dem Wallach E.S. Eterno (Shaklan Ibn Bengali x E.S. Estopa) 2006 zeigten ein magisches und schön gerittenes Pas-de-Deux mit langen silbern glänzenden Umhängen. Und dazwischen hat Fritz Elmer die Arbeit mit der Doppellonge mit dem noch jungen Wallach Magic Merlin (Philas x Lady Magic Star) 2007 den Zuschauern näher gebracht.

Aus Sicht einer Fotografin kann ich das Rennbahnareal in Frauenfeld nur Loben. Die Halle ist heller als im NPZ Bern und der Warteraum vor der Halle wird nicht durch übermässig viele Autos, Besucher oder wie im letzten Jahr im NPZ noch durch Pferde am Wagen "hintergrundmässig" "gestört". Auch hat dieses Jahr das Wetter mitgemacht. Samstag war das Wetter durchgehend schön und am Sonntag hat immer zu Beginn der Klassen die Sonne geblendet und danach dem Regen Platz gemacht.

Aus Sicht des Besuchers war Frauenfeld nicht ganz so toll, denn die Stehplätze in der Halle waren schnell besetzt und ein VIP Tisch konnte sich nicht jeder leisten. Die Pferde in den Pferdeboxen anzuschauen war auch keine Alternative, denn die Boxen waren klein und selten Pferde drin. Aber bei der Verpflegung kann man 100 Punkte vergeben: die Pizzas waren super gut und das Personal sehr freundlich. Auch EDV technisch dürfen viele Punkte vergeben werden: zwei Leinwände mit allen aktuellen Informationen, mit dem Schauspieler Sebastian Arenas, bekannt aus "The Ring Thing", einen prominenten und gut verständlicher Speaker und mit den gut plazierten Lautsprechern wurden die Besucher auf dem Laufenden gehalten. Nur ein Lautsprecher vor dem Halleneingang hat gefehlt und so mussten, wie in Bern, die Pferdebesitzer oder Vorführer jeweils sehr gut an der Hallenwand lauschen, damit diese die Punktezahl ihrer Pferde hörten.

Aber alles in allem ist Frauenfeld als Austragungsort eine gute Alternative zu Bern und man darf nächstes Jahr auf Avenches gespannt sein!

 

Franja Schmid, araber-online.ch
Ersigen, 13. August 2010

 

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Ein grosses Merci an Jenny für das Bild von Gual Moghar. Warum muss einem immer "ein" Pferd "durch die Lappen"? ;-)
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