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Wenn Showtalent und Leistungswille zählenmit freundlicher Genehmigung des Zofinger Tagblattes Originaltext unter: |
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Holziken. Araberpferde massen sich am Wochenende an nationalen Schauen und Sportprüfungen.«Dieses Wochenende Pferdesport in Holziken» - die Tafeln mit dieser Ankündigung gehören beinahe zum Dorfbild. Doch von Eintönigkeit keine Spur: Am Wochenende sind bei der Reitanlage arabische Schönheiten zu einer überzeugenden Symbiose von Sport und Show gestartet. RUTH AERNI Die arabischen Pferde gelten als Inbegriff von Adel und Schönheit. Die Ausdruckskraft der Tiere ist so gross, dass deswegen glatt die weiteren Qualitäten der Schönheiten vergessen gehen könnten. Nicht so in Holziken: Gegen die Reduktion zum blossen Schaupferd ist mit dem «Fest des arabischen Pferdes» angegangen worden. Über 100 Tiere starteten am Samstag und Sonntag in der Reithalle Holziken. Die vielen Schauen waren dabei wohl ein wichtiger Teil des Anlasses. Daneben hatten aber auch Sportprüfungen Platz: Dressur, Springen und Militaryparcours wurden zur Freude der Zuschauer gezeigt. Um die Symbiose von Sport und Show perfekt zu machen, wurde zu guter Letzt der «Allround Champion» aller Disziplinen gewählt. Dabei zeigten sich die feingliedrigen arabischen Pferde, wenn auch kleiner gewachsen als Halbblüter, enorm leistungswillig und leistungsfähig. «Nach zehn Kilometern Galopp ist ein Araber aufgewärmt», sagt ein Kenner. Genügsames Beduinenleben Die Pferde von der arabischen Halbinsel tragen die Prägung durch die karge, extreme Umwelt ihres Ursprungslandes in den Genen: Sie sind schnell, ausdauernd und genügsam, daneben aber auch menschenverbunden; dies wegen des engen Kontakts zu den Beduinenfamilien im Ursprungsland. Ein besonderes Spektakel wurde in den Schauklassen geboten. Dazu beigetragen haben nicht nur die Pferde, sondern auch die Vorführer: Mit beschwörenden Blicken und geheimnisvollen Bewegungen umtänzelten sie die Pferde und brachten diese mit einer Mischung aus Zuckerbrot und Peitsche dazu, sich von der gewünschten Seite zu zeigen: Ein paar Grashälmchen in der Hand des Vorführers wiesen den Weg: so soll es sein, den Kopf stolz hochgehalten. Dabei muss brav stillgestanden sein - die Gerte des Vorführers sorgt für den richtigen Abstand. Die geschwungenen Ohren des Pferdes aufmerksam gespitzt, die ausdrucksstarken Augen weit geöffnet, den Hals mit elegantem Schwung getragen, so präsentierten sich die edlen Pferde dem international zusammengesetzten Richtertrio. Und wenn dann die Sprecherin «Applaus für diesen raumgreifenden Trab» forderte und die Noten in die Nähe der 20 rückten, glänzten die Augen der Vorführer fast so schön wie jene der Pferde. Eine Sonderleistung ausser Konkurrenz erbrachte Pferdezüchter Sepp Zurkirchen aus Triengen: Seine gute Hand und die bemerkenswerte Kondition machten ihn zum begehrten Vorführer, sodass er nahezu unermüdlich mit Pferden von weniger versierten Besitzern im Schaurund der Halle umherrannte. Internationales Turnier in Holziken? Als Veranstalterin des Anlasses engagierte sich Eva Mössl aus Reitnau. Durch die Mitglieder der «Interessengemeinschaft für das Arabische Pferd» erhielt sie tatkräftige Unterstützung. Was die rund fünfzig Mitglieder der Interessengemeinschaft gemeinsam haben, ist die Freude an den Pferden und der Eindruck, dass sich in Sachen Wettkämpfe für Araberpferde hierzulande mehr tun könnte. Seit einigen Jahren fehle die Schweiz im europäischen Veranstaltungskalender, bedauerte Friedrich Erdenbrink, welcher in Holziken als OK-Präsident amtete. Er sieht das Fest als Möglichkeit, Erfahrungen zu sammeln im Hinblick auf ein mögliches internationales Turnier. Das ist kein leichtes Unterfangen für ein Nicht-EU-Land. Doch die Kontakte seien vorhanden, erklärte Erdenbrink - und der Ehrgeiz offensichtlich auch, zumal sich die Organisatoren durch den diesjährigen Anlass weiter angespornt sehen: Bereits bei den Nennungen waren ihre Erwartungen weit übertroffen worden, und der reibungslose Ablauf des Pferdefestes folgte schliesslich als Krönung einer monatelangen Vorbereitungszeit. © ZT online / Dienstag 06. August 2002 |