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Was für das französische Kino die Filmfestspiele in Cannes sind, ist für die Schweizer Araberszene der Open Day des Vollblutarabergestüts Lasahr Arabians. Viel mehr als die Nabelschau eines einzelnen Gestüts, ist er Treffpunkt und Inspiration für Menschen die Araber lieben, mit ihnen arbeiten, züchten und leben.
In familiärer Atmosphäre genossen die über 600 Zuschauer das randvolle Programm. Es hatte wieder einmal für alle etwas dabei: bewährte Zuchtstuten- und Hengste im direkten Vergleich mit ihrer Nachzucht, Verkaufspferde für Zucht, Sport und Familie, ein ansprechendes Rahmenprogramm mit guter Musik (auch live!), gemütlicher Festwirtschaft und brillianten Showeinlagen. Weder Lärm vom nahen Schiessstand, tieffliegende Flugzeuge noch abgetretene Hufeisen konnten den überraschend sonnigen Tag trüben. Die vielen Helferinnen und Helfer, darunter auch sehr junge Gesichter, sorgten als gut eingespieltes Team für einen reibungslosen Ablauf.
Bei der Präsentation der Zuchtpferde stand der Nachwuchs im Vordergrund. Es wurde deutlich: die nächste Generation steht bereit!
Publikumslieblinge waren natürlich die vier Fohlen: L.A. Cambodia (von Al Lahab) aus der von Lasahr Arabians selbst gezogenen L.A. Contessa (von Balaton) und L.A. Theia (von Psytadel) aus der aus Russland importierten Mashuk-Tochter Tesma sind nicht umsonst der ganze Stolz des Gestüts. Nicht weniger bezaubernd waren die beiden Gäste vom zugewandten Gestüt MZ-Vollblutaraber: MZ-Despinada (von Shaklan Ibn Bengali) zeigte sich selbstsicher mit ihrer Mutter W.A. Djambala (von Kapitol), während der kleine MZ-Adagio (von Narym) sich vor allem in der Nähe seiner Mama Astronika (von Nikel) sicher fühlte.
Sehr vielversprechend auch die etwas älteren Jungstuten: wie L.A. Contessa ist L.A. Caledonia (von Narym) eine echte Tochter der spanisch gezogenen Stammstute WN Canella, die sich übrigens hochträchtig mit ihrem 15. Fohlen in all ihrer mütterlichen Würde zeigte. L.A. Caledonia steht im Gestüt Nazhada Arabians eine Zukunft in Sport und Zucht bevor. L.A. California (von Shaklan Ibn Bengali) ist die grosse Schwester von L.A. Cambodia und die Zukunftshoffnung von Dressurreiterin Claudia Friedli. Diese wird übrigens L.A. Medusa (von Narym) reiterlich fördern, bevor diese Ausnahmestute in die Hufspuren ihrer Mutter Monmoransi tritt, welche im neu gegründeten Gestüt von Stéphanie Fuhrer in Lugnorre als Stammstute den züchterischen Grundstein legen wird.
Khouri BB (von Khouros) hielt sich eher gedeckt und liess ihre Kinder für sich "sprechen": L.A. Kublai Khan – begleitet von Shetty-Hengst Merlin (ein Mohrenkopfschimmel!) bildete den imposant-männlichen Kontrast zur eleganten Weiblichkeit seiner kleinen Schwester L.A. Kalahari. Die Neman-Tochter Nostalgia hingegen versuchte mit temperamentvoller Trabaktion ihrer Tochter glatt die Schau zu stehlen: L.A. Nemesis zeigt schon jetzt vielversprechend viel Typ, muss aber noch ihren Beinen hinterherwachsen.
Der junge, aber bereits zig-fach bewährte Zuchthengst von Lasahr Arabians, Shaklan Ibn Bengali, wurde zum 1. Mal auch unter dem Sattel – geritten von Alexandra Bachmann – gezeigt. Der Hengst besticht durch seine exotische Ausstrahlung, und gewinnt unter dem Sattel noch an Ausdruck.
Vier weitere Zuchthengste aus dem In- und Ausland präsentierten sich von ihrer besten Seite: Abris (von Balaton) spielte erst den wilden Hengst im Ring um wenig später mit Besitzer Benno Devonas im Sattel einen gelassenen Galopp in schönster Western-Manier hinzulegen. Der bekannte Leistungshengst Davidoff zeigte sich mit "Turnier-Frisur" und ungebrochenem Bewegungsdrang. Der junge Psyrasic steht für die Zukunft: er soll die Blutlinien seines Vaters Psytadel fortführen. Der Schimmel BS Specific überzeugt nicht nur durch sein strahlendes Äusseres sondern auch durch ein ungewöhnliches Pedigree mit bei uns seltenen amerikanischen und spanischen Blutlinien.
Nicht fehlen durften natürlich auch die beiden Stuten von Eva Mössl: die herrliche Bawda (von Balaton) und die junge Verona (von Narym), die quasi mit "zur Familie" gehören. Bawda's Tochter Portugalia hatte ebenfalls einen kurzen Auftritt und zeigte ganz viel Hals.
Bei den Verkaufspferden sind noch die Australierin Lexington Savannah und der junge Q.A. El Domingo, ein typischer Drug-Sohn, zu erwähnen. Um dem zum Teil von weither angereisten Publikum mehr zu bieten also "bloss" schöne Pferde, haben sich die Veranstalter wieder einiges einfallen lassen: Ein- und ausgeleitet von Klarinette- und Handorgel-Klängen, wurde das Programm immer wieder von gerittenen Darbietungen unterbrochen: die beiden vierjährigen Narym-Sprösslinge L.A. Tamerlan (aus der Tesma) und Al Guwa Namibia (aus der Miranda del Faro) boten ein schmuckes Pas-de-Deux, während die beiden P.R.E. Artafa und Sagalo mit ihren Reiterinnen Alexandra Bachmann und Barbara Leimgruber die Zuschauer unter dem Motto "E viva Espana" verzauberten. Der Höhepunkt war aber sicher der Auftritt von Alexandra Bachmann mit ihren beiden Hengsten Sharif (von Gips) und Fakush (von Narym). Diese Frau kann wirklich zaubern, daran kann es nach dieser Nummer keinen Zweifel mehr geben!
Herzlichen Dank Christa Schönmann Abbühl für den tollen Text und Evelyne Frei für die schönen Fotos!
araber-online.ch, 5. Mai 2004
Das Gestüt Erlenbachhof war mit mehreren Pferden zu Gast: W.A. Carisma (von Narym) weckt Erinnerungen an ihre rein spanische Mutter L.A. Candela. Die beiden Narym-Töchter Nadinn und W.A. Nastastia stehen beide zum Verkauf. Nadinn steht wie ihre Mutter Kosima stark im Leistungstyp, während ihre Halbschwester über ihre Mutter EAF Nataasha auf die in Europa seltenen Linien von Nariadni und Muscat zurückgeht. Die jüngste Tochter von Monmoransi, L.A. Melina, konnte vom Erlenbachhof erworben werden und wird dieses Jahr ihre Show-Karriere starten.