Reitferien/Araberkurs im NPZ Bern
25. Juli bis 30. Juli 2005

 

 

In den heissesten Tagen dieses Jahres, vom 25. bis 30. Juli, fand in der grosszügigen Anlage des Nationalen Pferdezentrums in Bern der Araberkurs 2005 statt. Sieben Reiterinnnen und zwei Fahrerinnen sind dem Ruf gefolgt und am Montag morgen um 9 Uhr im NPZ eingetroffen. Täglich standen zwei Lektionen Reit/Fahrstunde und zwei Lektionen Theorie auf dem Programm.

 

Es waren sattelfeste Reiter gefragt, denn drei Stunden haben wir es am Dienstag im Sattel ausgehalten. Doch dies war die Ausnahme der Regel, normalerweise waren 5/4 Stunden pro Lektion. Die Reitlehrerin Petra Bader hat sich jeweils viel Zeit genommen und den einzelnen Teilnehmern zum korrekten Reiten verholfen. Dressurlektionen (es durfte auch Mal ohne Steigbügel geritten werden...) standen jeweils am Morgen auf dem Programm. Am Nachmittag gings auf den Springplatz und auch hier galt; die Pferde ruhig an das Neue gewöhnen mit kleinen Hindernissen anfangen damit sie nicht refusieren. Ab und zu gabs aber doch lustige Bilder und s‘ging dann nicht immer so flüssig zu und her. Viel Spass haben auch die Naturhindernisse auf dem Gelände bereitet: Aufsprung, Absprung, Graben, Brücken alles war dabei. Ich hab gemerkt, dass mein Pferd viel mutiger ist als ich...

Nur gerade zwei Fahrer mit drei Pferden haben das Angebot des NPZ genutzt. Barbara Uetz und ihre Lehrtochter sind daher voll auf ihre Kosten gekommen.

Ideal ist der Araberkurs im NPZ für junge Reiter und Pferde, gleichwohl wie für Routiners. Denn das Klima unter den Reiterinnen war ganz toll. Die Liebe zum Arabischen Pferd verbindet, denn jede ist stolz auf ihr "Araberli" und würde es nach dem Kurs nicht mehr hergeben.

 

 

In den Theoriestunden wurden Themen wie Sitz, Hilfegebung, Beurteilung der Grundgangarten und Exterieur sowie Pflege des Pferdes erarbeitet. Einmal wurden unsere Araber im Freispringen geprüft und natürlich konnten diese mit den Warmblütern mithalten; Kublai Khan (Stockmass 164cm) von Anita Hirschi sprang souverän über 120cm und auch der kleine Baldur (Stockmass 132cm) hat die Meter Marke übersprungen. Ein anderes Mal durften wir uns dem Fahren widmen: Geschirrkunde, Anspannen und sogar eine Fahrt auf dem Wagen war dabei. Viel Interesse hat auch die Theorie bei Stefan Betschen geweckt: 10 Notfälle am Pferd und danach noch Chiro-Praxis. Oder unter der Leitung von Hufschmied Christian Krieg Huf(eisen) Lehre inkl. selber Hufnägel ersetzen.

 

Die Pferde hatten Gelegenheit sich während einer Woche in einer fremden Umgebung und in der Gruppe mit fremden Pferden zu behaupten, was vor allem auch die beiden Hengste souverän machten. Und die Reiter konnten sich reiterlich und geistig weiterentwickeln und viel Mut sammeln um einmal vielleicht ein Military zu starten? 

Einmal eine Woche lang die ganze Anlage des NPZ in Bern auskosten, einmal wieder Sommerferien auf dem Pferd machen, vielleicht sind Sie nächstes Jahr auch dabei?

Franja Stump, araber-online.ch
Kirchberg BE, 8. August 2005

 

 

 

Tagebuch vom Araberkurs

Tag 1: 25. Juli 2005
Eintreffen im NPZ Bern kurz nach 9 Uhr, denn Thamour und Douwe (unser Friese im Stall) mussten auf der Weide noch extra Runden drehen.
Eigentlich hätten wir, gemäss Einladung, bis 9.45 Zeit gehabt um unsere Pferde einzustallen aber Herr Bienz der Leiter des NPZ Berns, hat uns schon kurz nach 9.15 darauf aufmerksam gemacht, dass wir uns an die Zeiten zu halten hätten... janu ist eben nicht bis zu den Reitern durchgekommen. Um 10 Uhr sassen wir dann alle, zumindest alle für eine gewisse Zeit, auf den Pferden und es ging los in die erste Reitstunde in der Halle. Die zweite folgte sofort nach dem Mittagessen: Reiten auf dem Military Platz und im Schritt über die ersten Naturhindernisse und diesmal ohne Abwürfe zu beklagen. 17.30, war dann nach 1.5 Stunden Theorie übers NPZ, den Sitz, die Hilfen und einem kleinen Film, "Arbeitsschluss".
Thamour ist grogy vom ersten Tag und freut sich sicher schon auf den freien Mittwoch nachmittag...

 

 

 

Tag 2: 26. Juli 2005
Mei, war das heute anstrengend!
07.00 Füttern, Stall machen, Satteln. 08.30 bis 10.30 auf dem Allwetterplatz Dressur. 11.00 Freispringen und Theorie in der Halle und von 14.00 wieder eine Stunde+ auf dem Allwetterplatz: Dressur und Springen als Vorbereitung für den Test am Samstag. Danach noch etwas Theorie und Praxis über Pferdebeurteilung und "Krankheiten" wie Mauke und Pilze am Pferdebein. 17.30 war endlich Schluss. Die Pferde und vor allem auch die Reiter sind glücklich, dass morgen Nachmittag frei ist.

 

Tag 3: 27. Juli 2005
Nun der Muskelkater macht sich immer noch nicht breit. Also kann's nicht soo schlimm sein... Heute waren wir wieder auf dem grossen Allwetterplatz am Reiten: Springen über kleine Hindernisse. Oh, hatte Thamour Freude daran: er musste sogar einmal einen kleinen "Jauchzer" beim Anreiten an den Sprung von sich geben :-)
In der Therorie wurden wir dann etwas in die Fahrkunst eingeführt, inkl. einer kleinen Kutschenfahrt durch Bern. Das war toll: wirklich Theorie und Praxis 1:1 umgesetzt.

 

Tag 4: 28. Juli 2005
Tempotraining am Morgen: 900m in 280m/min und in 350m/min abtraben, resp. abgalloppieren, das macht Spass! Mit "Kubli" Kopf an Kopf oder immer etwas weiter vorne... Und dann am Nachmittag: *autsch* Gaby hat sich beim Springen den Daumen gebrochen. Sie wollte sich abstützen anstatt die Zügel korrekt zu halten: dabei haben wir das doch am Montag in der Theorie angeschaut. Gute Besserung!

 

Tag 5: 29. Juli 2005
Gaby kann also wieder lachen: es hat sich nur das Gelenk aus der Kugel ausgerenkt. Montag darf sie denn Schutzverband wieder abnehmen und danach in die Physioterapie.

Heute haben wir nichts mehr grosses Erbracht: es war auch viel zu heiss um zu reiten! Ich hab Thamour Frei gegeben (da wir am Sonntag 70km starten) und dafür seine Vollschwester Saskiah (Nil Tarik x Silvanah Bint Silva) mit an den Kurs genommen. Das war vielleicht eine Umstellung (und Anstrengung)! Aber es hat uns beiden gut getan.

Theoretisch und Praktisch haben wir heute beim Hufschmied verbracht: Hufkunde, Eisenkunde und sogar selber Hand anlegen: Hufnagel "rausnehmen" und ins alte Loch einen neuen Nagel einschlagen. Das war eine gute und tolle Übung! Am Nachtmittag galt es dann noch Exterieur zu beurteilen. Und wir müssen sagen: Kubli kam gut weg :-)