Araberdressurkurs im Reitsportzentrum von Paul Weier, Elgg ZH
12./13. Mai 2007

Wie aus einem Dressurkurs ein Gelände-, Spring-, Sitzlonge- und natürlich auch Dressurkurs wurde...

Paul Weier ist heute schon als eine lebende Legende und Träger von unzähligen Titeln und Auszeichnungen rund um den Pferdesport bekannt. Er ist ein erfolgreicher Military-, Dressur- und Springreiter und holte sich diverse Schweizer Meistertitel, Siege bei den Grossen Preisen von Rom und Aachen und war Gewinner der EM-Bronzemedaille 1971 von Aachen sowie Teilnehmer an vier Olympischen Spielen (Rom 1960, Tokio 1964, Mexiko 1968 und München 1972). Im Militär diente Paul Weier bei den Dragonern und erreichte den Rang des Oberleutnants. Und in der Zusammenarbeit mit den Pferden des Zirkus Knie verbindet ihn eine langjährige Freundschaft mit den Araberpferden.

Einfach toll waren diese zwei Tage in Elgg! Die Anlage in Elgg liess für uns Araberreiter keine Wünsche offen: die Pferde sind unter den Augen und Tipps von Paul Weier super gelaufen und haben vieles dazu gelernt. Die Stimmung unter den Teilnehmern war genau so offen und herzlich wie auf dem Reitbetrieb von Paul und Monika Weier und "last but not least" hat auch das Wetter mitgemacht.

 

 

 

Von weit weg und schon am Freitagabend waren Johann und Janette Cantieni aus Sagogn GR mit Sheila und Tiamo angereist. Aus dem Gestüt von Tino Neff waren bereits Ziganka, Alabama und Eunicia (drei, vier bzw. fünf Jährig) sowie Peshawa von Bruno Hürlimann eingestallt. Als ich kurz vor acht Uhr Abends mit meinem Thamour eintraf, war die Gruppe schon fast komplett. Samstagmorgen mussten nur noch Marie-Therese Vögtlin mit ihrem Stromboli Ibn Narym und ihrer Tochter Annina mit Asari Bint Grand sowie Metalica von Rolf Wehrli anreisen.

Ab 08.30 Uhr durfte die Erste der drei Gruppen in der grossen Halle "antreten" und Paul Weier konnte sich einen ersten Eindruck von den Pferden und deren Reitern machen und so das Programm für die beiden Tage anpassen. Nach dem Mittagessen genossen wir eine dreiviertelstunde Theorie in der Halle: wie macht man richtig Schulterwendungen, was sind die richtigen Hilfen für das Angaloppieren und vieles mehr. Danach zog es uns in die Sonne auf einen der drei Aussendressurplätze. Wir versuchten nun die Theorie umzusetzen und zu verfeinern. Nach einem abschliessenden Ausritt durften die Pferde dann wieder ihre Boxen beziehen und ihr Abendessen mit Heu, Gras und Silage geniessen.

Sonntags kamen wir in den Genuss aller Plätze: am Morgen ging es zuerst in die grosse Reithalle zum Einreiten, danach auf den kleinen Springplatz für Cavaletti- und Galopparbeit und dann auf den grossen Springplatz für die "groben" Sachen: Auf- und Absprünge, Wälle, Gräben und weitere farbige und naturfarbene Hindernisse. Natürlich je nach je: wie es Pferd und Reiter behagte. Dazwischen durften Beatrice und Amelie noch in der kleinen Halle eine Stunde Sitzlonge geniessen. Nicht auf ihren Arabern, nein auf den Schulpferden von Paul Weier!

Nach dem Mittagessen ging es dann weiter ins Gelände mit Galopparbeit auf den extra abgemähten Feldern, Kletterübungen über Erdwälle und auf den dritten Sandplatz hoch oben im "Weier-Gelände" für Dressur oder in die Reithalle mit dem Reiten einer Test-Dressurprüfung GA03, GA06 oder einem CC.

Ich hatte den Eindruck, Paul Weier konnte es jedem Recht machen. Für mich und Thamour hat es jedenfalls "gfägt"! Eigentlich waren die zwei Tage in Elgg nicht genug. Aber vielleicht findet nächstes Jahr ja wieder ein Kurs statt?

 

Franja Stump, araber-online.ch
Kirchberg BE, 21. Mai 2007