der Araber in der Dressur:

 

In den letzten Jahren suchten ambitionierte Freizeitreiter immer wieder nach weiteren Möglichkeiten, sich mit ihren Pferden zu beschäftigen. Reiten ist eine Sache, der vertrauensvolle Umgang mit dem Pferd eine andere. Der Kontakt mit dem Pferd vom Boden aus schafft eine direkte und intensive Beziehung zum Pferd. Das beginnt bereits beim Putzen und findet seine Fortsetzung in verschiedenen Formern von Bodenarbeit. Eine besondere Art, mit Pferden vom Boden aus zu arbeiten, ist die Freiheitsdressur. Dabei geht es nicht nur darum, dem Pferd kleine Kunststückchen beizubringen, der Nutzen der Zirkuslektionen ist weit vielfältiger:

  • Freiheitsdressur ist der beste Weg, immer mehr über die "Sprache" des Pferdes zu lernen

  • Durch gegenseitig besseres Verstehen wird die Dominanzfrage geklärt

  • Die gymnastizierende Wirkung der einzelnen zirzensischen Lektionen ist für die Pferde wertvoll und macht die Freiheitsdressur auch für den Profi interessant

Auszug aus: Freiheitsdressur und Zirkuslektionen; F. Gorgi, Cadmos Pferdebücher, 2001.

 


Durch Dehnung, Krafttraining und Gleichgewichtsschulung bringt die Freiheitsdressur einen grossen gymnastischen Nutzen für das Pferd. Figuren wie das Kompliment dehnen und kräftigen die Körperteile, die das Reitpferd am stärksten beansprucht. Sehnen und Bänder der Hinterhand, Schulter-, Bauch- und Rückenmuskulatur werden trainiert. Und auch das Hinlegen und Aufstehen aus dem Sitzen erfordert einen grossen Kraftaufwand.

Ab dem zweiten Lebensjahr können junge Pferde an die Freiheitsdressur herangeführt werden. Drei bis vier Mal die Woche und nicht mehr als 15-20 Minuten (nach einer ca 15 Minuten Aufwärmarbeit) kann geübt werden.
 


Eindrücke vom Doppellonge und Freiheitsdressur Kurs
mit Alexandra Bachmann und ihrem Hengst Sharif III
17. November 2002 auf der Anlage des Gestüts Lasahr.


 

 

Der Spanischer Schritt

Wie die Lektion schon sagt geht das Pferd im Schritt, aber seine Vorhand wird dabei extrem hoch und lange erhoben und ist ausgestreckt. Der Spanischer Schritt kann einseitig oder wechselseitig erfolgen.

Wird diese Übung in einer trab-, resp passageartigen Vorwärtsbewegung ausgeführt, spricht man vom Spanischen Trab.

 

Mit der Peitsche oberhalb des Fesselgelenkes antippen (das Pferd soll gegen die Peitsche schlagen) und auf das Stimmkommando "Fuss" das Bein heben. Mit fortschreitendem Erfolg wird dann immer höher am Pferdebein angetippt: vom Röhrbein bis zur Pferdebrust.

Als "Starthilfe" kann dem Pferd die Übung auch vorgeführt werden.
Und ev das Pferd ausbinden, damit dieses besser eingerahmt wird.

 

Anfangs kann das Bein mit der Longe oder Hand gehalten werden, damit es in der Dehnstellung bleibt.

Zur Abwechslung und als Vorbereitung für die Piaffe auch die Hinterbeine antippen (vorn am Röhrbein).

Nachdem das Pferd gelernt hat, das Bein auf Kommando zu heben, den Spanischen Schritt auch in der Vorwärtsbewegung üben (ev Pferd vorwärts ziehen).
 

 

Eine Weiterführung des Spanischen Schrittes ist die Polka: zwei Schritte vorwärts, Spanischer Schritt, zwei Schritte vorwärts, Spanischer Schritt ...

Der Spanische Schritt ist sehr gut geeignet für die Muskelbildung der Vorhand und die Aufrichtung des Halses.

 

Das Kompliment

Zur Übung des Kompliments wird die Longe an der Fessel befestigt, geht unter dem Pferd durch über den Rücken und auf die gleiche Seite zurück.

Die Longe dient als verlängerter Arm.

 

Der Ausbilder steht neben der Schulter des Pferdes, bringt die Kopfstellung des Pferdes gegen aussen.

Mit der Gerte an das Bein tippen und das Pferdebein halten. Es ist wichtig, dass man den Pferdefuss nicht mehr abstellen lässt und selber ruhig bleibt, auch wenn das Pferd herumzappelt.

 

Durch hin- und herschaukeln (mit Hilfe der Longe) das Pferd zum Kompliment bringen.

 

Erzielt man gute Fortschritte, sollte man nur noch mit der Peitsche arbeiten.

Daran denken: beim Kompliment die Peitsche am Fuss lassen und nicht tippen, denn Tippen heisst Spanischer Schritt.

 

Das Ablegen/Hinlegen

Das Ablegen oder Hinlegen ist eine Fortsetzung des Kompliments.

 

 

Wenn das Pferd das erste Mal liegt, sollte eine Person beim Kopf des Pferdes sein und es mit Läckerli füttern und mit Streicheln belohnen. Eine zweite Person sitzt gleichzeitig auf dem Körper des Pferdes, hat die Zügel unter Kontrolle und hindert das Pferd am Aufstehen.

 

Damit das Pferd den Prozess des Hinlegens verarbeiten kann, sollte es für 20-30 Minuten liegen gelassen werden. Man kann sogar vom Pferd weglaufen.

Das Pferd nicht Aufscheuchen, sondern selber aufstehen lassen, damit es dieses nicht mit dem Menschen Verbindung bringt.

 

Sitzen

Das Sitzen ist Wiederum eine Fortsetzung des Liegens.

 

Sind die Pferdebeine gestreckt, wird der Kopf des Pferdes wieder gebeugt, so dass das Pferd nicht ganz aufstehen kann.