der Araber im Sport:

 

 

die Geschichte vom Rennen, die Zucht heute

Arabische Leistungszucht bei Nile Arabians

Reise-, Turnierbericht

kleines Rennlexikon

Dank an Fränzi und Urs Aeschbacher

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Kriegsstute des Beduinen – das erste arabische Renn- und Distanzpferd

Die Geschichte des arabischen Leistungspferdes findet ihren Ursprung in den Beduinenzuchten im heutigen Syrien und etwas später im Gebiet des Nedsh im heutigen Saudiarabien. Die Beduinen der damaligen Zeit erkannten ihre arabischen Pferde schnell als zuverlässige Transportmittel und als Kriegspferde, mit denen sich aufgrund ihrer Schnelligkeit, Ausdauer, Härte und ihres Mutes in kriegerischen Auseinandersetzungen mit verfeindeten Beduinenstämmen reiche Beute machen liess.
Heutige typische Schaukriterien, wie konkaver, kleiner Kopf, flache Kruppe oder Schautrab mit hoher Aktion kannte der Beduine nicht. Das erklärt, dass die damaligen Pferde der Beduinen in ihrem äusseren Erscheinungsbild nicht viel mit den heutigen, im Schautyp stehenden Vollblutarabern, gemeinsam hatten.
Oft hing das Leben des Beduinen von der Schnelligkeit, Ausdauer und Gesundheit seiner Kriegsstute ab. Das heisst, der Beduine züchtete in erster Linie ein arabisches Renn- und Distanzpferd. Die züchterischen Selektionskriterien der Beduinen, die klimatischen Einflüsse der Wüste und die harten Haltungsbedingungen formten das arabische Pferd zum heute besten Distanzpferd der Welt.

 


Europäische Staatsgestüte als Quelle heutiger arabischer Leistungspferde

Auf ihren ersten Reisen in den nahen Osten wurden europäische Reisende (Kaufleute oder Militärattaches) Ende des 18. Jahrhunderts  schnell auf die ausdauernden, genügsamen und harten orientalischen Pferde aufmerksam und erkannten gleich ihre Vorzüge. Die ersten Importe arabischer Pferde nach Europa erfolgten von Vertretern europäischer Königs- und Adelshäuser. Die Adeligen begehrten die edlen Pferde einerseits als Statussymbol für Macht, Reichtum und königlichen Prunk, andererseits aber auch für militärische Zwecke; zum Aufbau von schlagkräftigen Kavallerien.
Zu erwähnen sei hier nur Napoleon Bonaparte, der auf seinen erfolgreichen Eroberungszügen durch Europa nie auf seine arabischen Pferde verzichtete.

Im Europa des 19. Jahrhunderts, unter der Bildung der europäischen Staaten, entstanden auch die ersten Staatsgestüte, welche für den Aufbau der jeweiligen Landeszuchten verantwortlich waren. In ihren Zuchtprogrammen nahm das arabische Pferd schon früh einen hohen Stellenwert ein, diente es doch dazu, die jeweiligen Landeszuchten zu veredeln. Sie waren von einer kompromisslosen Leistungszucht geprägt und arabische Schönheitsmerkmale im Sinne der heutigen Schaukriterien waren unbekannt.

Im Laufe der letzten 100 Jahre haben in Europa vor allem die Staatsgestüte wie Pompadour in Frankreich, Tersk in Russland und die verschiedenen Gestüte Polens wesentlich zum Aufbau einer arabischen Leistungszucht beigetragen. Die Rennleistung dient in Gestüten wie Tersk (Russland), Janow Podlaski oder Michalow (beide Polen) seit langem als wichtiges Zuchtkriterium neben den anderen arabischen Typkriterien. Es erstaunt deshalb nicht, dass diese Zuchten immer wieder hervorragende arabische Renn- und Distanzpferde hervorbringen.
Ein Beispiel aus der russischen Staatszucht ist der Hengst Persik, bester Distanzpferdevererber der Welt oder Drug, einer der weltbesten russischen Rennhengste. Aus Polen ist die berühmte Stutenfamilie der Sabelina zu erwähnen, welche lückenlos in jeder Generation Derby und Oak-Sieger hervorbrachte sowie der Hengst Pamir, Derby Sieger und selber Vater von Derbysiegern wie zB Batiskaf.

 

In Frankreich war es in erster Linie das Staatsgestüt Pompadour, das die Zucht arabischer Leistungspferde vorantrieb. Pompadour hält bis heute eine Population von arabischen Leistungslinien, die immer wieder dazu dienten, arabisches Blut für die Erhaltung und Auffrischung der Anglo-Araberzucht einzusetzen.
Heute gibt es in Frankreich eine wachsende Zahl von privaten Züchtern, die nach dem Muster von Pompadour die arabische Leistungszucht auf der Grundlage von ca einem Dutzend alter Leistungslinien weiterführen.
In Frankreich wurde das Prinzip der arabischen Leistungszucht am konsequentesten und über die längste Zeitdauer angewendet, was sich augenscheinlich im heutigen französischen Leistungsaraber widerspiegelt; er unterscheidet sich am stärksten vom heutigen, im Schautyp stehenden Vollblutaraber. Typische Vertreter dieser französischen Leistungsaraber sind Leistungsvererber wie Manganate, Djourman, Kesberoy, Djelfor oder Dormane.

 

Der Einfluss tunesischer Vollblutaraber auf die heutige Leistungszucht

Das arabische Pferd wird in Tunesien seit Jahrzehnten in erster Linie als Rennpferd gezüchtet und eingesetzt. Mit einer jährlichen Anzahl von über 500 Araberrennen nehmen in Tunesien die arabischen Rennpferde einen höheren Stellenwert als die englischen Vollblüter ein. Durch die langjährige Leistungsselektion und die sehr harten Trainingsbedingungen in Tunesien hat sich eine Population von äusserst harten und robusten Leistungsarabern gebildet.

Heute werden vereinzelt tunesische und französische Leistungslinien miteinander gekreuzt mit dem Ziel, die Schnelligkeit und Ausdauer des tunesischen Rennpferdes mit dem Stehvermögen und der Kraft des französischen Rennpferdes zu kombinieren.
Als Beispiel eines hervorragenden tunesischen Leistungsvererbers sei hier der Hengst Dynamit III genannt, der vermehrt auch in französischen Abstammungen erscheint.

 

Arabische Leistungszucht bei Nile Arabians

Nile Arabians ist das einzige Gestüt in der Schweiz, das seit ungefähr 15 Jahren ein arabisches Leistungszuchtprogramm betreibt, mit dem Ziel, hervorragende Renn-, Distanz- und Freizeitpferde für den Reitgebrauch zu züchten. Die arabische Leistungszucht von Nile Arabians basiert vorwiegend auf alten französischen, tunesischen und russischen Leistungslinien, die bereits über mehrere Generationen leistungsgeprüft sind.

Als Zuchtkriterien werden neben Exterieurkriterien die Rittigkeit und die Rennleistung der Stuten sowie der Hengste zur züchterischen Selektion verwendet. Das heisst, alle von Nile Arabians eingesetzten Zuchtstuten werden zuerst geritten und auf ihre Reiteigenschaften überprüft. Bei Eignung werden sie vor ihrer Zuchtkarriere zusätzlich auch rennleistungsgeprüft. Bei der Hengstauswahl werden ausschliesslich Hengste berücksichtigt, die neben korrektem Exterieur auch eine überdurchschnittliche Eigenleistung aufweisen und selber aus einer Leistungsfamilie stammen.

Durch diese Rennleistungsselektion will Nile Arabians konsequent folgende Leistungsmerkmale in seiner Zucht fördern und genetisch festigen:

  • Allgemeine Grundkonstitution, d.h. Pferde in einer gesunden körperlichen Grundverfassung mit gesunden Organen

  • Schnelligkeit und Ausdauer, d.h. Pferde, die sich vor allem für den Renn- und Distanzsport eignen

  • Solides Fundament, d.h. Pferde mit gesunden Beinen versehen mit genügender Knochenstärke sowie belastbaren Muskeln, Gelenken und Sehnen.

  • Gute Grundgangarten, d.h. Pferde, die über genügend Raumgriff und ökonomischen Bewegungsablauf in Schritt, Trab und Galopp verfügen.

  • Nervenstärke, d.h. Pferde, die über ein starkes Nervenkostüm und gute charakterliche Eigenschaften verfügen, um in schwierigen Situationen zuverlässig zu bleiben und überdurchschnittliche Leistung zu erbringen.

  • Leistungswille, d.h. Pferde, die bereit sind, an ihre Belastungsgrenze zu gehen und dafür den erforderlichen Leistungswillen aufbringen.

 

Es erscheint offensichtlich, dass diese durch die Rennleistungsselektion geförderten Leistungseigenschaften nicht nur bei Renn- und Distanzpferden erwünscht sind, sondern auch eine absolute Voraussetzung für eine hohe Leistungserbringung in anderen Disziplinen wie beispielsweise in der Dressur (Western oder Englisch), oder im Springsport ist. Nicht zuletzt wünscht sich auch der Freizeitreiter ein arabisches Pferd, dass über lange Jahre gesund, nervenstark, ruhig, leistungswillig und von seiner Bewegung her angenehm zu reiten ist.

Ein typischer Vertreter der Leistungszucht von Nile Arabians ist Nil Krushan (Versal x Nil Najada) mit 8 Rennsiegen und zahlreichen Platzierungen in der Schweiz und England. In der Zwischenzeit hat Nil Krushan in Frankreich auch die Qualifikationen für Distanzrennen geschafft und wird erfolgreich im Distanzsport eingesetzt. Zwei weitere herausragende Leistungsvertreterinnen von Nile Arabians sind Nil Tahani (Versal x Tiffaha), bestes Rennpferd des Jahres 1997 in der Schweiz und Nil Incipit (Dormane x Nil Najada), beste dreijährige Rennstute im Jahr 2000 in Deutschland.

Fotos Pamir, Nil Tahani, Nil Krushan Copyright by Nile Arabians

 

Das Renntraining bei Nile Arabians

Aufbauphase:

Im Alter zwischen zweieinhalb und dreieinhalb Jahren kommen die Pferde zu Nile Arabians in die Grundausbildung. In der Aufbauphase werden die Pferde möglichst ausgeglichen bemuskelt, das heisst, sie werden dressurmässig gearbeitet, im Gelände geritten, über kleine Hindernisse gymnastiziert. Diese Training bewirkt eine natürliche Grundbemuskelung des ganzen Körper und vor allem der Rückenpartie, stärkt die Sehnen und Bänder und verleit dem Pferde eine hohe Elastizität in den Grundgangarten Schritt, Trab und Galopp. Die Aufbauphase dauert zwischen 4 und 6 Monate, je nach Entwicklungstand und Alter des Pferdes und hat den Vorteil, dass Rennpferde, die auf diese Weise konventionell dressurmässig angeritten werden, im späteren Renntraining weniger verletzungsanfällig sind und nach ihrer Rennkarriere auch wieder ganz normal ohne Re-Dressur geritten werden können.

Konditionierungsphase:

In der Konditionierungsphase wird gezielt die Kondition der Pferde gefördert. Dazu gehören wöchentlicher Bergtrab sowie tägliche ruhige Galopparbeit (Galopp de Chasse zwischen 2000m und 5000m). Dabei ist wichtig, dass die Pferde täglich ein zweites Mal raus dürfen und im Gelände ihre Schrittarbeit absolvieren. Diese Phase dauert wiederum zwischen 3 und 6 Monate und bewirkt, dass das Pferd die erforderliche Grundkondition fürs Galoppieren aufbaut.

Vorbereitungsphase für den Wettkampf:

Die Pferde werden regelmässig in schnellem Tempo galoppiert (Canter). Begonnen wird mit ruhigerem Canter über längere Strecken oder mit kurzen "Spritzern" (ca 400m), bis das Pferd im Training die Renndistanz in Renntempo ohne Probleme bewältigen kann. Die Pferde lernen, Kopf an Kopf zu galoppieren und dabei geradeaus zu laufen, sie werden an die Startboxen gewöhnt und es muss, vor dem ersten Start, eine offizielle Startboxenprüfung abgelegt werden. Diese Phase dauert zwischen 2 und 3 Monaten und macht das Pferd für seinen ersten Start einsatzbereit.

Wichtig in allen Phasen:

Die Pferde müssen täglich genau beobachtet werden, wie sie auf die ihn gestellte Aufgabe reagieren: Psyche, Muskulatur, Beine, Atmung, Puls, Fressgewohnheiten. Ebenso wichtig wie das körperliche Training ist der Ausgleich bei Spazierritten im Gelände oder der tägliche Weidegang. Nur ein Pferd, das glücklich und ausgeglichen ist, wird im Rennen bereit sein, seine Höchstleistung zu erbringen.

 

 

Reise-, Turnierbericht

Samstag 17. November 2001

6:00 Avenches
Alles Nötige für die Reise war schon bereit gerichtet, ich musste nur noch helfen die Pferde zu bandagieren und einzuladen.
Ob das nur gut geht: Hengst und Stute nebeneinander im Hänger?! Vorsichtigerweise wurde dem Hengst Bier an die Transporterwand gestrichen um vom Stutenduft abzulenken. Ebenfalls wurde die Transportermittelwand so abgeändert, dass die beiden Pferde keinen direkten Kontakt zueinander haben konnten.
Beide, der Hengst Ainhoa Tordidjo, liebevoll "Toro" genannt, v Tornado de Syrah ad Ainhoa Kadidja (SP) ein dreijähriger Franzose und Besitzer ist J.M. Valerio aus Frankreich, sowie die Stute Kbira du Bac, genannt "Baci", v Royal de Carrere ad Raha de Malartic, ebenfalls ein dreijähriger Franzosen-Araber, Besitzer Fam. Bochsler Nuba-Arabians, liefen anstandslos in den Hänger und wir (Franziska und Urs Aeschbacher und ich) konnten gleich losfahren.
Anfangs hat's im Hänger etwas gerumpelt, aber die Pferde haben sich schnell an das Fahren gewöhnt.

8.15 Zoll Basel - Weil am Rhein
Nun mussten die Papiere von den Behörden abgestempelt werden, da es der erste "Auslands-Ausflug" der beiden Pferde war, ging das ganze Prozedere etwas länger. Carnet-Ata eröffnen, und von den Schweizer- und Deutschen Behörden abstempeln lassen, Laufschein ausfüllen, usw. Und leider reichte ein Stempel pro Formular nicht ... Nun ja, glücklicherweise war Samstag und die Schlange vor den Schaltern nicht so lange.
Nach gut eineinhalb Stunden ging die Fahrt dann wieder weiter. Sie verlief reibungslos, die Pferde verhielten sich ruhig und man kam zügig vorwärts. Der Zollübertritt nach Holland, verlief ohne Bürokratie, EU sei Dank.

16:00 Duindigt
Nach fast zwölf Stunden Fahrt und über 900 Kilometer haben wir die Renn-Anlage in Duindigt auf Anhieb gefunden, wir konnten die Pferde endlich ausladen und in den schönen grossen Boxen unterbringen. Sie bekamen etwas Heu zum Fressen und danach einen guten dreiviertel Stündigen Spaziergang. Später nach ihrer Ration Hafer haben dann auch wir eine Unterkunft gesucht.

übrigens die Flachrennbahn in Duindigt ist die einzige in ganz Holland und nur wenige Autominuten von der Hauptstadt Den Haag entfernt. Geöffnet ist sie vom März bis in den Dezember für Trab- und Galopprennen. Auf dem ganzen Areal stehen über 200 Galopper und Traber!

 

Sonntag 18. November 2001

8:00 Stall Duindigt
Fütterung der Pferde und danach wieder etwas laufen. Sie haben die Reise und die Nacht gut überstanden, keine aufgelaufenen Beine und kein Anschein von Müdigkeit.

10:30
Ablaufen der Rennbahn. 1300m sind lang ... Sie war auf der Aussenbahn etwas Nass, aber innen akzeptabel. Eigentlich müssten die Jockeys die Bahn selber noch ablaufen, aber besser man macht sich als Trainer (Franziska Aeschbacher, Nile Arabians) selber ein Bild davon.

11:50
Auswägen der Jockeys. Gewichtsausgleich. Das heisst ältere und gewinnreichere Pferde müssen mehr Gewicht tragen als junge und wenig erfolgreiche.
Da Toro und Baci zum ersten Mal starteten bekamen also "Debütanten-Rabatt" (siehe Ausgleich). Und Baci bekam zusätzlich noch einen Stutenrabatt von einem Kilo.
Danach wurden die Pferde in der Boxe gesattelt (ob man dem Sattel nennen kann?) welches sehr exakt gemacht werden musste. Wehe wenn ein Jockey auf dem bisschen Nichts ins Rutschen kommt ...
In der Schweiz, Frankreich, Belgien und Holland dürfen die Rennpferde schon im Stall gesattelt werden. In Deutschland und einigen anderen Ländern dürfen sie jedoch erst auf dem Führring gesattelt werden.

Nach dem Satteln wurde Baci wiederum geführt.

12:35
Eine viertel Stunde vor Rennstart ging's zum Führring. Hier wurden die Pferde an der Hand vorgeführt und die Jockeys konnten aufsitzen. Respektive sie wurden auf die Pferde gehoben. Ebenfalls erhalten die Jockeys noch ihre letzte Anweisungen und dann geht's ab auf die Bahn.
Im Aufgalopp zur Startboxe.

 

 

12:50
Start Frei zum Katar-Preis über 1300 Meter. Baci (mit Jockey Anthony Dean) kam als Letzte aus der Boxe. Nach zwei Galoppsprüngen Vollstopp! (meist machen die Pferde an einem fremden Ort die gleichen Fehler wieder, welche sie zu Hause einmal machten). Danach aber galoppierte sie weiter, fand den Anschluss an die Pferde im Bogen wieder, hat sich durch die Meute gekämpft und war Ende Bogen hinter den zwei Favoriten. Sie konnte mit denen mithalten und hat 500 Meter vor dem Ziel, in den zweiten Gang geschalten, hat die Lücke zwischen den Beiden ausgenützt, durch und tschüss ...
"Leicht Gewonnen!!" Was für eine Freude!  

Nach dem Finish galt's dann die Pferde wieder einzufangen und mit denen zum Absattelplatz zu gehen. Hier mussten die Jockeys sofort absatteln und wieder auf die Waage stehen. Damit keiner mogeln konnte.
Danach gab's noch ein Siegerfoto und einen Blumenstrauss (keine Tulpen ...).

Nach ein paar Minuten konnte Baci wieder geführt werden, denn auch sie musste wieder zu Atem kommen und sich der Puls normalisieren.

13:50
Das ganze Prozedere dann nochmals mit Toro. Nur im Gegensatz das er seine Hengstmanieren zeigte und im Führring stieg und tobte, so dass man den Jockey (Kevin Davies) fasst Zwingen musste aufzusitzen.

14:20
Der Start zweiten Katar-Preis, auch über 1300 Meter, verlief für Toro reibungsfrei. Er kam als Vierter aus der Startboxe und als Dritter durchs Ziel!

Was für eine Leistung von beiden Pferden, beide als Greenhorns am Start, beide die jüngsten unter fünf bis sieben jährigen Arabern, und solch einen gute Leistung! Gratulation den Pferden und der Trainerin!

16:00
Einladen der Pferde und Abfahrt zurück in die Schweiz. Eigentlich wäre ich gerne länger geblieben, denn in Holland waren die Temperaturen gute zehn Grad höher als in der Schweiz.

 

Montag 19. November 2001

01:30
Zollübergang in Basel, ein Stempel und weiterfahren.

03:00
Nach elf Stunden Fahrt haben die Pferde ihr Zuhause wieder gut erreicht. Man musste nur noch kurz die Bandagen wegnehmen und die Beine mit Lehm einstreichen. In den folgenden Tagen wurden die Pferde nur geführt und sie konnten den Weidegang geniessen. Sicher freuten sie sich auf die verdiente Winterpause.

Sie fragen sich sicher warum eigentlich der weite Weg nach Holland?
Geplant war ein Trainings-Start in Deutschland, die aber haben kurzfristig das Rennen von International auf National umgeschrieben, wohl aus Angst ... Da die beiden Pferde vor ihrem vierten Lebensjahr aber einmal Starten sollten (damit sie nicht nächstes Jahr unter 4-jährigen, schon gelaufenen Pferden, als einzige noch keine Routine hatten) gab's leider nur die Alternative Wien oder Duindigt.

 

 

kleines Rennlexikon

Aufgalopp
Ruhiger Galopp auf dem Weg zur Startstelle. Lockert die Muskulatur der Pferde und wärmt sie auf. Gibt den Zuschauern die Gelegenheit, ihren Eindruck von den Teilnehmern abzurunden

Ausgleich
Auch "Handicap" genannt Ausgehend von den vorherigen Leistungen der Pferde wird es hier konsequent den guten Pferden schwer gemacht – durch höhere zu tragende Gewichte. Dadurch bekommen auch die anderen Teilnehmer eine Chance. Das macht die Suche nach dem Sieger schwerer, versüsst den Erfolg aber meistens durch entsprechend höhere Gewinnquoten. Deshalb sind Ausgleiche bei den Wettern besonders beliebt. Faustregel: Ein Kilo Gewichtsunterschied bedeutet eine Pferdelänge Vorgabe

Aussenseiter
Pferde, denen die Mehrheit des Publikums wenig Chancen zubilligt. Was die Mehrheit denkt, ist aber nicht immer richtig, ganz besonders beim Pferderennen. Vor allem bringen Siege von Aussenseitern höhere Gewinnquoten

Bodenverhältnisse
Bodenzustand: 0 – 1,4 cm hart, 1,5 – 2,9 cm fest, 3,0 – 4,4 cm gut, 4,5 – 5,9 cm weich, 6,0 – 7,4 cm schwer, 7,5 cm und mehr tief
Das Messergebnis zwischen 0 bis 1,4 ("hart") kommt nie zum Zuge, denn alle Rennveranstalter bewässern in Trockenzeiten das Geläuf, um möglichst allen Pferden akzeptable Bedingungen zu bieten

Gruppenrennen
Rennen sind in drei Kategorien eingeteilt I, II und III, wobei die Gruppe I die Beste ist. Grupperennen sind international offen, ein Pferd aus der Schweiz kann also in einem Gruppe II Rennen in Paris starten

Jockey
Standesbezeichnung für diejenigen Berufsrennreiter, die erfolgreich die Lehrzeit absolviert haben (unabhängig von deren Anzahl Siege)

Klassenrennen
Im Gegensatz zu Gruppenrennen gibt es Klassenrennen zB Stutenklassen in dem nur Stuten am Start sind

Leichtgewicht
Das geringste zu tragende Gewicht, das Ihnen begegnen kann, beträgt 50 Kilo- einschliesslich Kleidung und Sattel. Das Mindestgewicht in Hindernisrennen beträgt meist 60 Kilo

Mindesteinsatz
Der Mindesteinsatz beim Wetten auf der Rennbahn ist 1 Franken. In der Sieg- und Platzwette gilt auf manchen Bahnen aber auch ein Mindesteinsatz von 5 Franken

Quoten
Die Gewinnquoten werden nach jedem gelaufenen Rennen berechnet und zwar für alle Wettarten getrennt und unabhängig voneinander. Sie werden auf der Basis von einem Franken Einsatz bekannt gegeben. Wenn die Quote in der Siegerwette ("Siegquote") also zB 12:1 beträgt, heisst das: Es gibt zwölffaches Geld zurück. Haben Sie den Sieger mit 10 Franken bewettet, bekommen Sie 120 Franken

Rennfarben
Wenn ein Rennstallbesitzer zwei oder mehrere Pferde im Rennen hat, tragen nicht alle Reiter dieselbe für ihn registrierte Rennfarbenkombination. Das Pferd welches mehr Gewicht trägt, trägt die 1. Farbe. Bei zwei Debütanten würde zB der Hengst die erste Farbe tragen, weil er ja mehr Gewicht trägt als die Stute. Wenn aber zwei Stuten miteinander debütieren oder beide gleichviel Gewicht haben, geht es nach dem Geburtsdatum

Rennleitung
Ein Dreiköpfiges Gremium, das auf der Galopprennbahn das Schiedsrichterteam bildet. überprüft die korrekte Abwicklung der Rennen, kann unter Anwendung der Rennordnung auch Disqualifikationen vornehmen sowie Ordnungsmassnahmen gegen die beteiligten Aktiven verhängen. Die Rennleitung beobachtet die Rennen zunächst vom Richterturm aus mit dem Fernglas, ferner steht ihr die Rennverfilmung aus verschiedenen Perspektiven als Video zur Verfügung und ermöglicht somit eine genaue Kontrolle des Geschehens

Spiegel
Damit bei Pferden, die sich gegenseitig verdecken, ausgewertet werden kann, wird im Innenraum auf der verlängerten Ziellinie ein Spiegel aufgestellt. So sieht man das Bild doppelt. Das obere Bild ist das Spiegelbild, das untere Bild der effektive Einlauf

Totes Rennen
Wenn zwei oder mehr Pferde exakt auf gleicher Höhe durchs Ziel gehen, ohne dass ein Vorteil für eines davon auszumachen ist (auch durch das Zielfoto nicht), dann teilen sich diese Pferde den Sieg oder die jeweilige Platzierung. Und die Wetten werden ebenfalls an die Wetter beider Pferde ausgezahlt, allerdings mit halbierter Quote

Waageschluss
Das Ende des Zurückwiegens nach jedem Rennen. Kontrolliert wird, ob auch alle Reiter mit dem festgelegten Gewicht aus dem Rennen zurückkommen. Wird dieses Gewicht unterschritten, kommt es zur Disqualifikation

Wetten
Siegwette: Wette auf den Sieger
Platzwette: Tipp welches Pferd, das auf einem der ersten drei Plätze landet (falls weniger als sieben Pferde in einem Rennen mitlaufen gibt es nur zwei Platzwetten) - die Schwierigkeit ist gering und baldige Erfolgserlebnisse sind sicher
Zweierwette: Tipp auf das Erste und Zweite des Rennens - die Quoten dieser Wette liegen im allgemeinen höher als bei Sieg- und Platzwetten (um die Wahrscheinlichkeit eines Treffers zu erhöhen, können Kombinationswetten mit mehr als zwei Pferden durchgeführt werden)
Dreierwette: die ersten drei Pferde sind in der richtigen Reihenfolge des Zieleinlaufs vorherzusagen - sehr hohe Gewinnquoten

Quelle Lexikon: http://www.galopprennen.com

 
 

Vielen Dank Franziska und Urs Aeschbacher, Nile Arabians,
für den ausführlichen Bericht über
die Geschichte und das Training der Rennaraber

sowie für die tolle Zeit am Rennen
vom 18. November in Duindigt, Holland