der Araber im Sport:

 

 

aus dem Wilden Westen Amerikas

Ausbildungsziel des Westernpferdes

Turnierdisziplinen

Interview mit Nina Blazenovic
Siegerin Araber Western Trophy 2001

Dank an Nina Blazenovic und El Omar

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Aus dem Wilden Westen Amerikas

Das Westernreiten hat natürlich seinen Ursprung im Wilden Westen Amerikas. Über das Grasland der endlosen Prärien des amerikanischen Westens zogen früher Millionen von Bisons.
Ende des 19. Jahrhunderts waren sie jedoch fast ausgerottet.
Denn die Rancher, die sich dort niedergelassen hatten, züchteten auf dem Land Fleischrinder. Und in den endlosen Steppen konnte diese Aufgabe nur mit Unterstützung der Pferde geleistet werden. Erst das Pferd ermöglichte das Zurücklegen weiter Wege, die zur Versorgung, Betreuung und Kontrolle der Rinder notwendig wurden.

Aber nur Pferde mit bestimmten Charakteristika erleichterten den Cowboys die Erfüllung ihrer schwierigen Aufgaben.
Die Pferde mussten folgende Eigenschaften besitzen:

  • nervenstark

  • ausgewogenes Temperament

  • trittsicher im Gelände

  • gutes Sprintvermögen

  • auf minimale Hilfen sicher reagieren

Die Pferde müssen heute noch in heiklen Situationen ruhig bleiben und dürfen nicht hektisch reagieren. Es wird deshalb besonderer Wert auf Nervenstärke und ausgewogenes Temperament gelegt.
Um ein davon stürmendes Rind einholen zu können, ist eine hohe Trittsicherheit im Gelände und ein gutes Sprintvermögen unabdingbar.
Der Cowboy musste sich auf seine Arbeit und nicht auf die Reitkunst konzentrieren, woraus eine zweckdienliche Reitweise entstand bei welcher die Pferde auf kurze Impuls-Befehle sicher reagieren mussten und müssen.

 

 

 

Das Ausbildungsziel des Westernpferdes

Das Ausbildungsziel beim Westernreiten ist unterschiedlich dem des klassischen Reitens.

Die klassische Reitweise fordert die starke Versammlung des Pferdes und die Kontrolle jeder einzelnen Bewegung des Pferdes durch den Reiter. Die Dressuren der gehobenen Klasse sind Reit-Kunst.

Das ausgebildete Westernpferd ist ein Arbeitspferd, welches durch die Ausbildung zu einem selbständigen Mitarbeiter des Reiters erzogen wird. Somit soll erreicht werden, dass es mit einem Minimum an Hilfen des Reiters auskommt und trotzdem vom Reiter absolut kontrolliert wird.

Das Westernreiten baut auf Elementen und Übungen auf die das Pferd in seinen natürlichen Bewegungen beherrscht.

Das Entscheidende beim Westernreiten:
Da es ein eigener Reitstil ist, kann Westernreiten grundsätzlich jedem Pferd beigebracht werden, egal welche Rasse.
So bringen auch Araber hervorragende Leistungen in der Arena und im Gelände.

 

 


Ein Western-Horse muss

  • intelligent

  • sensibel

  • lernbereit

  • sein,

denn die Ausbildung stellt hohe Anforderungen an das Pferd.
Es soll

  • vielseitig und sicher im Gelände sein

  • nervenstark und

  • volles Vertrauen zum Reiter haben

 

 

 

Turnierdisziplinen

 

Showmanship at Halter

Im Showmanship at Halter wird die Fähigkeit des Teilnehmers zu Vorführung seines Pferdes an der Hand bewertet. Bewertet werden auch Sauberkeit des Pferdes, Lederzeug und Kleidung des Vorführenden.

 

 

 

Western Pleasure

Diese Klasse stellt die angenehmen Gebrauchseigenschaften der Pferde im Westernreiten unter Beweis. Mehrere Pferde sind gleichzeitig in der Bahn und werden in den drei Grundgangarten Schritt (Walk), Trab (Jog) und Galopp (Lope) gezeigt. Ausserdem wird am Schluss der Prüfung das Rückwärtsrichten verlangt.

Ein Pleasure-Pferd sollte angenehm zu sitzen sein und eine natürliche Haltung zeigen. Die Harmonie und Qualität der Bewegungen (Weichheit), prompte aber weiche Übergänge von einer Gangart zur anderen werden beurteilt. Jede sichtbare reiterliche Einwirkung wird negativ bewertet. Die Verfassung und das Exterieur werden ebenfalls in die Bewertung mit einbezogen.

 
 

 

 

Trail

Trail ist eine Gehorsamsprüfung mit sechs verschiedenen Hindernissen.

Drei Hindernisse sind vorgeschrieben:
das Öffnen eines Tores, Rückwärtsgehen und über Stangen treten.

Die drei übrigen Hindernisse werden vom Veranstalter oder vom Richter bestimmt. Zu den Wahlhindernissen können eine Brücke, das Tragen eines Gegenstandes oder ein Ground Tying (Pferd stehen lassen ohne anzubinden) gehören.

Das ideale Trailpferd geht ruhig, aber aufmerksam; es überwindet die Hindernisse ohne zu zögern und bleibt gleichmässig in jeder Gangart.

 

 

Western Horsemanship

Im Western Horsemanship wird der Reiter bewertet. Sein Sitz soll korrekt, seine Hilfen kaum sichtbar aber sehr präzis, sein.

Das Pattern wird vom Richter bestimmt und dauert höchstens 30 Sekunden. Anschliessend kann der Richter ein Railwork (analog Pleasure) verlangen.

 

 

Reining

Reining ist die schnelle Westerndressurdisziplin. Es werden einfache oder fliegende Galoppwechsel, Spins (schnelle Drehungen auf der Hinterhand), Sliding Stops (gleitende Stops auf der Hinterhand), Rollbacks (scharfe Wendungen), Backups (Rückwärtsrichten) und Speedcontrol (grosse schnelle und kleine langsame Zirkel) verlangt.

Die verschiedenen Pattern, müssen punktgenau geritten werden, dazu werden Marker (Pylonen) an der langen Seite der Bahn angebracht. Präzision, Korrektheit in der Ausführung der einzelnen Manöver, Geschmeidigkeit, unsichtbare Hilfegebung und lose Zügel rangieren in der Bewertung der Reiningprüfung vor Speed und Rasanz. Für alle begangenen Fehler gibt es vorgeschriebene Strafpunkte.

 

 

Western Riding

Western Riding ist eine ruhige, gleichmässig gerittene, elegant wirkende Galoppwechselprüfung. Es stehen verschiedene Pattern zur Auswahl, die je 8 Galoppwechsel vorschreiben. Dazu gehört eine Stange, die einmal im Jog und einmal im Lope überwunden werden muss. Am Schluss erfolgt das Anhalten und Rückwärtsrichten.

Beurteilt werden die Ausführung des Patterns und die Qualität der Gänge, insbesondere der Galoppwechsel. Das Pferd sollte das Pattern in gleichbleibendem Tempo absolvieren und dabei durchlässig und aufmerksam sein.

 

 

Superhorse

Diese Prüfung ist eine Kombination aus Trail Horse, Western Pleasure, Western Riding und Reining. Das Pattern ist immer dasselbe. Die Prüfung zeichnet das Allroundpferd aus.

 

 

Pole Bending

Pole Bending ist ein Slalomrennen auf einem vorgeschriebenen Kurs, wobei sechs Stangen zweimal umrundet werden müssen. Es werden jedoch keine Stilnoten vergeben - der Schnellste hat gewonnen. Das Umwerfen von Stangen hat 5 Strafsekunden zur Folge.

 

 

 

 

Barrel Race

Barrel Race ist ein Wettrennen um drei Fässer (Barrel),
die in einer bestimmten Reihenfolge umritten werden müssen.
Auch hier hat der Schnellste gewonnen.
Wird ein Fass umgeworfen werden 5 Strafsekunden aufgerechnet.

 

 

Cutting

Der Reiter hat bei der Rinder-Disziplin Cutting zweieinhalb Minuten Zeit um in eine Herde hineinzureiten, sich ein Rind auszusuchen und es von der Herde abzutrennen (to cut = schneiden).

Die Pferde demonstrieren katzenhafte Bewegungen und besonders athletische Leistungen, um das Rind am Zurücklaufen zur Herde zu hindern, indem es den Weg versperrt.

Jeder Reiter muss in der vorgeschriebenen Zeit mindestens zwei Rinder bearbeiten und darf dem Pferd keine Hilfen geben.

Den Pferden, die für das Cutting geeignet sind, ist der so genannte "Cow Sense" angeboren, also der Instinkt, ein Rind lesen zu können: das Pferd muss Bruchteile einer Sekunde vorher wissen, was das Rind tun wird, um somit jederzeit im Vorteil zu bleiben.

 

 

Working Cowhorse

Die Working Cowhorse besteht aus zwei Teilen:

Einer Reining Aufgabe: das Dry Work und der Aufgabe Fence Work.

 

Beim Fence Work wird ein Rind wird in die Bahn gelassen und es muss von Pferd und Reiter kontrolliert werden. Der Reiter hat zwei Minuten Zeit um

zunächst das Rind an der kurzen Seite der Bahn zu kontrollieren und

es dann an der langen Seite mindestens ein Mal in jede Richtung gegen die Bande zu wenden und
zum Schluss das Rind zu je einem Zirkel links- und rechtsherum dirigieren.

 

 

Hunter under Saddle

Der Hunter soll der Aufgabe entsprechend ein williges, leicht zu reitendes Pferd mit raumgreifenden Gängen vorführen. Es soll sich so zeigen wie wir ein Pferd möchten, das wir zur Jagd hinter Hunden verwenden. 20% der Bewertung soll über Kondition und Exterieur erfolgen. Sattel und Zäumung sind traditionell englisch.

Hunter Hack

Hier muss das englisch gerittene Pferd kleinere Hindernisse überspringen. Es wird gewünscht, dass es flüssig springt, seinen Takt im Galopp sowie seine lockere Körperhaltung behält. Das Pferd muss die Hindernisse willig und ohne zu zögern überspringen.

Pleasure Driving

Pleasure Driving ist eine Disziplin, in welcher die Vielfältigkeit der Pferde gezeigt wird. Die Pferde werden an einen einachsigen Wagen angespannt und zeigen die verschiedenen Gangarten "Walk", "Park Gait" und "Road Gait" in beiden Richtungen. Die Prüfung zeigt, wie früher mit Pferden und Wagen an einem Sonntag ausgefahren wurde. Der Richter will sehen, dass sich das Pferd zum Fahren anbietet. Ein Pleasure Driving Pferd sollte sich in einer natürlichen, balancierten Form tragen und mit entspannter Kopf- und Halshaltung gehen.

 

 

 

 

Interview mit Nina Blazenovic Siegerin Araber Western Trophy 2001/2002/2003

Liebe Nina, vielen Dank erstmals für Deine Mitgestaltung an dieser Seite, für die geopferte Zeit, Text, die tollen Fotos und für dieses Interview.

araber-online.ch: Als "Englisch-Reiter", so wie ich mich bezeichne, habe ich gar nicht gewusst, dass es so viele verschiedene Disziplinen im Westernreiten gibt, das Western Pferd so vielseitig geritten werden kann. In den Westernfilmen sieht man wohl eben nur einen kleinen Teil davon ...

araber-online.ch: Nina wie lange reitest Du schon Western, wie hast Du angefangen und warum bist Du umgestiegen?

Nina: Ich habe als Kind angefangen englisch zu reiten. Als ich mir dann nach der Lehre das erste eigene Pferd leisten konnte bin ich auf die Westernreitweise umgestiegen. Mittlerweile reite ich seit zehn Jahren Western.
Der Grund für die Umstellung war, dass ich damals ein ziemlich faules Pferd ritt und bald des ständigen Treibens müde wurde. Da ich schon einige Westernturniere besucht hatte, dachte ich das wäre viel gemütlicher ... Ich musste jedoch schnell lernen, dass das Westernreiten nicht nur "easy" ist, sondern sehr viel Training dahinter steckt bis man diese lässige Eleganz erreicht.

araber-online.ch: Wie lange hast Du Deinen El Omar schon? War es Liebe auf den ersten Blick?

Nina: El Omar besitze ich nun schon seit zehn Jahren - er ist mein erstes eigenes Pferd. Und ja es war wohl schon "Liebe auf den ersten Blick", denn beim Probereiten war er gar nicht so überzeugend, er hatte Angst vor dem fremden Reiter (=vor mir) der Hilfen gibt die er nicht kennt ... typisch Omar! Und er hatte bei unserem ersten Treffen ein ziemlich grosses Horn am Kopf, verpasst von einem Esel ...
Absolut typisch für meinen Bubi!

araber-online.ch: hast Du ihn selber eingeritten?

Nina: Nein, er war drei Monate in der Grundausbildung in Deutschland. Ich kaufte ihn als er fünfjährig war.

araber-online.ch: wer bildet in der Schweiz Westernaraber aus?

Nina: Beinahe jeder Westerntrainer, nur muss man sich in der Szene etwas auskennen, damit man einen Profi beauftragen kann. (Auf der Homepage von SWRA und SQHA gibt es Trainerlisten).

araber-online.ch: wie verläuft eine Western Ausbildung?

Nina: Wie wohl bei jeder Ausbildung wird am Boden begonnen, mit Bodenarbeit und Longieren. Die Dauer hängt vom Pferd, vom Trainer/Reiter und auch vom Budget des Besitzers ab. Was nach der Grundausbildung gelernt wird, richtet sich nach dem künftigen Verwendungszweck des Pferdes.
Wir sind nun schon zehn Jahre in der "Ausbildung" und lernen doch jeden Tag wieder was neues dazu.

araber-online.ch: wie oft trainierst Du heute?

Nina: Da Omar im Offenstall wohnt und sich Tag und Nach frei bewegen kann, reite ich ihn nur jeden zweiten Tag. Da ich etwas ein Trainingsmuffel bin, trainieren wir höchstens ein Mal pro Woche, den Rest gehen wir ins Gelände, wobei wir auch dort gymnastikzierende Übungen durchführen. So habe ich im Training immer ein top motiviertes Pferd, welches auch noch mit 15 Jahren den Willen hat, noch besser zu werden!

araber-online.ch: Trainierst Du speziell auf ein Turnier?

Nina: Ja, wenn ein Turnier bevorsteht, trainiere ich die zwei Wochen davor intensiver, dh mehr auf dem Reitplatz, dafür etwas weniger im Gelände.

araber-online.ch: seit wann und wie oft reitest Du Westernturniere?

Nina: Unser erstes richtiges Westernturnier sind wir im Jahr 1997 gestartet, wo wir zu meiner grossen Überraschung sogar klassiert wurden. Vorher haben wir viele Gymkhanas und Patrouillenritte absolviert.
Ich muss mich manchmal etwas überwinden, an ein Turnier zu gehen, daher starte ich eigentlich relativ wenig. Letztes Jahr waren wir an vier Turnieren. Denke diese Saison wird wohl ähnlich, denn die Turniere kosten viel Zeit, Geld, bringen oft sehr lange Anreisewege mit sich, Helfer akquirieren etc.
Aber die Turniere bereiten mir auch sehr viel Freude, man trifft gute Freunde wieder, macht neue Bekanntschaften und natürlich dienen sie der Trainingskontrolle, des Trainingfortschrittes und Erfolges.

araber-online.ch: welches ist Dein grösster Erfolg?

Nina: 1999: wurde ich Reserve All Around Champion in Baden-Baden (unser erster und bisher einziger Auslandstart)
Mai 2001: 1. Rang beim Araber Trail in Fehraltorf (sogar Quarter-Reiter lobten unseren sauberen Ritt)
August 2001: 2. Rang beim SWRA Amateur Reining Eiken (ein 18-köpfiges Teilnehmerfeld, gespickt mit starken Quarters. Und das ganze fand um 21.00 Uhr statt, nachdem wir schon den ganzen Tag etliche Starts absolviert hatten ...)

araber-online.ch: welche Disziplin reitest Du am liebsten?

Nina: Eindeutig Reining, dies macht auch Omar am meisten Spass! Danach kommen unsere "neuen" Disziplinen, Superhorse und Western Riding sowie Horsemanship.
Pleasure ist eindeutig unsere "muss" Disziplin!

araber-online.ch: gibt es bei den Turnieren auch verschiedene Schwierigkeitsstufen so wie zB beim Springen V0/V1, ..., R-Prüfungen?

Nina: Es gibt fünf Stufen, und bei Turnieren vielen Startern innerhalb noch die Einteilung in Junior- und Senior-Horses:

  • Einsteiger = für Turnierneulinge

  • Limited Amateure = für solche mit guten Resultaten in den Einsteigerprüfungen

  • Amateure = wer über das Niveau von Einsteiger und Limited hinaus ist oder für Hengst Reiter

  • Open = für Profis

  • Youth = Jugendliche bis und mit 18 Jahre

araber-online.ch: was gibt es für Qualifikationen, Meisterschaften?

Nina: Die Westernszene ist nicht so gross wie zB die Springszene in der Schweiz. Daher kommen an die Westernturniere Reiter aus der ganzen Schweiz, es keine regionalen Turniere. Wenn man das ganze Jahr über gute Leistungen zeigt, kann man sich damit für die Teilnahme an der Schweizermeisterschaft im Herbst qualifizieren.
Dieses Jahr ist Reining an den World Equestrian Games in Jerez (Spanien) vertreten. Und auch die Schweiz entsendet ein tolles Team! Für das Nationenteam konnten sich die Reiter im vergangen Jahr an verschiedenen Turnieren qualifizieren.

araber-online.ch: gibt es genügend Westernturniere in der Schweiz? und sind diese gut besucht?

Nina: Ja, mittlerweile gibt es viele Turniere und die Felder werden jedes Jahr grösser. 2001 wurde extra die Klasse "Limited Amateur" eingeführt, weil die Amateurfelder so riesig wurden.

araber-online.ch: wie läuft so ein Turniertag ab?

Nina:
Vortag: Packen, Zubehör putzen, Anreisen und dabei versuchen den Helfer zu motivieren, allen Hallo sagen, Startnummern abholen, Box beziehen, Hotel einchecken, Abreiten und dabei jammern, dass das Pferd wohl morgen nicht gut gehen werde, Essen, nochmals Stallkontrolle und hoffentlich gut schlafen
Turniertag: sehr früh aufstehen und kaum einen Bissen runter bringen, Pferd füttern, Pattern (=Parcours) abholen und lernen, Pferd putzen und satteln, abreiten, starten, warten, starten, warten ev. grasen lassen, starten etc.
Wenn alle Prüfungen durch sind Pferd versorgen, alles wieder einladen, Box abgeben, nach Hause fahren, alles ausladen und verräumen, todmüde ins Bett sinken.
Am nächsten Tag: allen erzählen wie toll es nun doch war und was für ein super Pferd man doch hat, trotz allen Strapazen!

araber-online.ch: Wie sieht es aus mit der Chancengleichheit von Araber und Quarter-Horse?

Nina: Bei SWRA Turnieren, welche Rassenoffen sind, bin ich der Meinung, dass alle Pferde vom Richter gleich behandelt werden. Ein guter Araber hat zB im Trail, Western Riding, Superhorse, Horsemanship (wobei dort in erster Linie der Reiter bewertet wird) oder Pleasure gute Chancen vorne mitzumischen. Im Reining muss er schon gut stoppen und spinnen können um auch dort ganz nach vorne zu gelangen. Da ist es schon sehr schwierig die Quarters, welche ja nur zu diesem Zweck gezüchtet wurden, zu schlagen. Aber da Araber sehr flinke Wechsler sind, gehören sie dafür zu heissen Favoriten bei Galoppwechselprüfungen.

araber-online.ch: Wie sieht es aus mit den Kleidervorschriften?

Nina: Ja, die gib es. Vorgeschrieben ist der Westernhut, Westernstiefel, Hemd (wobei dies auch bei grösster Hitze langärmlig und zugeknöpft sein muss!) oder für Damen auch ein Jäcklein oder Sleezy mit Weste.
Die Wahl der Farben ist dem Reiter überlassen, so kann man sich trotz Vorschriften ganz individuell und passend zum Pferd ausstaffieren.

araber-online.ch: zum Thema Westernsattel?

Nina: Der Westernsattel verteilt das Gewicht über seine ganze Auflagefläche, was für das Pferde viel angenehmer ist, vor allem auch für längere Ritte. Die modernen Sättel sind oft mit einem Kunststoffbaum ausgestattet und dadurch leichter. Jedoch spielen diese paar Kilos mehr oder weniger dem Pferd wohl keine so grosse Rolle, denn es gibt ja auch unterschiedlich schwere Reiter ...
Die Turniersättel sind oft reich punziert (=Einstanzungen im Leder) und mit Silber oder auch Gold verziert, dies in der Hoffnung, dem Richter ja aufzufallen (va im Pleasure).
Und der zweite hintere Gurt wird eigentlich kaum benötigt. Falls Du mal ein Kalb mit dem Lasso einfangen möchtest, welches Du dann am Horn fixierst oder ganz, ganz steil den Berg runter reitest (ich steige da zwar immer ab) dann würde dieser Gurt verhindern, dass der Sattel hinten zu hoch gehoben wird.

araber-online.ch: und die "Exoten"-Trensen: Side Pull, Snaffle Bit, Bosal, ... ?

Nina: Side Pull und Snaffle Bit sind vorallem für junge Pferde in der Ausbildung, jedoch schadet es auch einem ausgebildeten Pferd nicht, ab und zu wieder auf diese Trensen zurückzugehen. Side Pull und Bosal eignen sich auch für zahnende Pferde, welchen in dieser Zeit das Gebiss im Mund unangenehm sein kann. Bis fünfjährig darf man die Pferde am Turnier zweihändig reiten, dh mit Snaffle-Bit oder Bosal. Danach ist nur noch das Bit erlaubt, welches Einhändig gehandhabt wird.
An Showvorführungen bin ich schon oft auf das unschöne, rostende Bit meines Pferdes angesprochen worden. Dieses verwende ich jedoch aus dem Grund, weil diese rostenden Trensen aus Sweet Iron gefertigt sind und diese einen süsslichen Geschmack haben, welcher den meisten Pferde sehr angenehm ist.

araber-online.ch: bin schon ganz gwundrig geworden: welchen Westernhof kannst Du empfehlen für einen Proberitt?

Nina: Es gibt mittlerweile viele gute Westernställe in der Schweiz. Meine Trainerin, Marie-Therese Bretscher www.ride-and-slide.ch, kann ich jedenfalls wärmstens empfehlen!
Für ein Probestunde wäre eine Stall mit Schulpferden von Vorteil. Und auf den Homepages von SWRA und SQHA gibt es Trainerlisten. Wer möchte kann mich auch jederzeit anfragen für eine geeignete Adresse in seiner Nähe.

araber-online.ch: und noch was zum Weitersufen?

Nina: schaut mal vorbei bei: www.nrha.ch, www.spha.ch, www.sqha.ch,
www.swra.ch, www.szap.ch und www.westerner.ch

araber-online.ch: Nina vielen Dank nochmals für Deine Arbeit, viel Erfolg in diesem Jahr und viele schöne Stunden auf El Omar.

 

 

Vielen Dank an Nina Blazennovic für Text, Bilder und das Interview!

sowie Claudia Morelli (Blue Ayala) und Sonja Stromberger (KHS Abha Jabask) für die ihre Bilder
http://www.arabians-for-performance.de