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Durch die Ausbreitung des Islam und die
Kriegszüge der Araber sowie die Kreuzzüge fand das arabische Pferd
Verbreitung über Amerika und Europa und nahmen Einfluss auf die einheimischen Rassen.
Das arabische Vollblutpferd wurde geschätzt wegen ihrer Härte, der Ausdauer,
Genügsamkeit, Langlebigkeit, Leichtfuttrigkeit und Anpassungsfähigkeit,
Fruchtbarkeit und Intelligenz.
Die Geschichte erzählt dass Mohammed nicht erst der Gründer, sondern der grosse
Förderer dieser schon lange vor seiner Zeit (570-632 nach Christus) bestehenden Rasse war.
Schriften belegen, dass das Arabische Pferde auf fünf Stuten aus der Wüste Nedjed zurückgehen,
welche alle vom Hengst "Mesch-Kour" stammen. Diese sind "Seqlavi",
"Koheil", "Manaki", "Gilfi" und der Name der
fünften ist nicht genau überliefert ("Tuisich", "Foregich", "Abu-Arkub",
"Daa-gianih", "Kassanih", "Kobeiszech" oder "Misenech").
Später versammelte der
Prophet alle Wüstenhengste an einem Ort, für zwei Tage und Nächte ohne
Wasser und Futter. Und als am dritten Tag ihnen das beste Futter gebracht
wurde, liess der
Prophet durch seinen Trompeter das Signal zum Sammeln blasen. Nur sieben
von den Hengsten liess vom Futter ab und hoben ihre Köpfe. Diese sieben
wurden auserkoren um die Stammhengste zu werden ("Sakab", "Lezaz", "Tarb",
"Wonard", "Lakif", "Nakif" und "Martagiaz")
siehe auch: die Geschichte des Arabers
Diese in gleicher oder ähnlicher Form in der islamischen Literatur immer wieder
auftauchende Erzählung zeigt die Rolle, welche die Leistung in der Zucht
des Arabers spielt. Ausdauer und Schnelligkeit, Härte und Genügsamkeit,
sowie ein erstaunliches Regenerationsvermögen werden in schwierigstem Gelände
auf Raids von Hunderten von Kilometern der Prüfung
unterzogen. Was den hohen Anforderungen nicht genügt, wird erbarmungslos
ausgemerzt. Auch die harten Lebensbedingungen Arabiens selektieren,
über ein Drittel aller Pferde erreichen das Zuchtalter nicht.
Diese unerbittliche Auslese erfolgte ununterbrochen durch Jahrhunderte, sie ergab den hohen Standard
der arabischen Vollblutzucht. Das arabische Vollblutpferd ist als Träger und
Erhalter der Erbgesundheit, neben dem englischen Vollblutpferd, als Regenerator für alle
Pferdezuchten unentbehrlich.
Unter arabischem Vollblut sind jedoch nur diese Pferde zu verstehen, welche stets
innerhalb der auf einen Urstamm zurückgehenden Linien und Familien gezüchtet sind.
Der Beduine hält sein Pferd seit langen Zeiten für so überragend,
dass er jede Kreuzung mit einer anderen Rasse ablehnt. Die stete Reinzucht
innerhalb einer zahlenmässig begrenzten Rasse musste zwangsläufig zu
Inzucht führen. Jedoch konnten sich Inzuchtschäden durch die Selektion nicht
verbreiten.
Der Araber zeichnet sich nicht, wie das englische Vollblut, durch
Schnelligkeit über kurze Distanzen aus. Seine Stärke sind Ausdauer,
Widerstandsfähigkeit und ein schnelles Regenerationsvermögen nach grossen
Anstrengungen. Der heutige Vollblutaraber stellt keinen einheitlichen mehr
Typ dar. Im Laufe der Zeit haben sich einzelne Stämme mit verschiedenen Typen gebildet.
Der edelste Araber wurde im Nedjed, einer Hochebene im Inneren der arabischen Wüste gezogen.
Zu den wertvollsten Arabern gehören:
Der Asilaraber (in den USA "Blue Star Araber"genannt). Dazu zählen:
a)
der klassische Wüstenaraber aus den Stämmen Kuhaylan/Saqlawi und ihren
verwandten Stämmen aus Beduinenzucht der Arabischen Halbinsel ohne
Muniqi- oder Muniqi verwandtem Blut
b)
Muniqi-Stammesrein gezogen. Der Wert dieses Stammes liegt nach Raswan in
seiner Blutreinheit, da er, innerhalb der Muniqistämme gepaart, stets
typische, harmonische Nachkommen liefert.
Der Bestand an Asilarabern soll auf der gesamten Halbinsel Arabiens etwa 300,
in der übrigen Welt etwa 70 Pferde betragen.
Arabisches Reinblut
Die Araber, deren Ahnentafeln aus den drei oben genannten reinen oder deren
verwandten Stämmen bestehen. Ihre Zahl beträgt ca 12 000.
Die meisten Araber, die den reinblütigen Arabern mehr oder weniger ähnlich
sind, viele sind jedoch typlos und zu gross. Sie unterscheiden sich durch die Zuführung
von Fremdblut genetisch vom Vollblutaraber.
Die politischen Umwälzungen der letzten Jahre sowie die Auswirkungen des Reichtums durch die Ausbeutung
der Ölvorkommen in Persien, Arabien und anderen Ländern des Mittleren
Ostens haben die Zucht des Vollblutarabers in den Wüstengebieten stark
beeinflusst. Seitdem der Motor das Reitpferd an vielen
Stellen als Fortbewegungsmittel ersetzt hat, haben die Beduinen, denen die Masse des Zuchtmaterials gehört,
viele Absatzmärkte verloren. Die Zucht wurde drastisch eingeschränkt. Viele Beduinenzüchter töten fast
alle Hengstfohlen nach der Geburt, da es nicht mehr möglich ist, sie als
Drei- oder Vierjährige für einen annehmbaren Preis zu verkaufen.
Die noch vorhandenen reinen Restbestände des Vollblutarabers zu erhalten, ist
daher von grösster Wichtigkeit für die Araberzucht in der ganzen Welt. Heute
werden vor allem in Ägypten, England, den USA, Australien, Holland und Polen
sowie der Tschechoslowakei, Ungarn und den GUS-Staaten Araber gezüchtet.
Arabisches Vollblut (AV)
Der Arabische Vollblüter wird in einer Pedigreezucht gezüchtet. Zuchtziel
ist der Typ des Wüstenarabers mit allen entsprechenden Exterieur- und
Leistungsmerkmalen sowie Reiteigenschaften. Die als AV
eingetragene Stuten können im Abstammungsnachweis mit der Bezeichnung ox
gekennzeichnet werden. Diese Regelung gilt vorbehaltlich einer endgültigen
internationalen Absprache.
Bevorzugt wird der klassische Typ des von den Beduinen gezüchteten Wüstenarabers:
kleiner Hechtkopf mit eingesenktem Nasenrücken, kleine Maul- und breite
Stirnpartie, weit hervortretende, ausdrucksvolle Augen, feingeformte
Ohren, Stockmass zwischen 145 und 158cm.
Araber (A)
Zuchtziel ist eine Kombination von gutem Araberrassetyp und günstigen
Reitpferdeeigenschaften. Der Rahmen soll grösser sein als beim Vollblutaraber.
Anglo-Araber (AA)

Zuchtziel ist ein edles und leistungsfähiges anglo-arabisches Reitpferd, das in
gleicher Weise durch arabisches Vollblut sowie durch englisches Vollblut
in seinen Eigenschaften geprägt ist.
Der Abstammungsnachweis muss sowohl ox- als auch xx-Komponenten enthalten. Der ox- oder xx-Anteil im
Abstammungsnachweis darf jedoch nicht weniger als 25% betragen. Englische
Vollblutstuten, die vom Araberhengst gedeckt werden können ebenfalls zur Anglo-Araberzucht
genutzt werden.
Mit dem Zeichen x dürfen nur Stuten gekennzeichnet werden, die zu 100 Prozent von ox- und
xx-Vorfahren abstammen.
Der Anglo-Araber ist vor allem in Frankreich stark vertreten, wo er neben
Vollblut, Trabern, Warm- und Kaltblut eine besondere Rassengruppe
darstellt. Der Anglo-Araber entstand um 1840 aus einer direkten Kreuzung
von Stammvätern des englischen Vollblutes mit Stammvätern des arabischen
Vollblüters. Diese Kreuzungen werden seitdem fortgesetzt, daneben werden
die Anglo-Araber untereinander gepaart.
Pferde des Midi (Frankreich: Südwesten und Limousin), die aus einer Kreuzung von
bodenständigen alten Stämmen mit arabischen, anglo-arabischen und
englischen Hengsten entstanden sind, werden seit 1914 als "demi-sang
anglo arabe" bezeichnet. Die "pur sang" und die "demi-sang
anglo arabe" müssen wenigstens 25% arabisches Blut führen.
1942 wurde eine teilweise Vereinigung des "pur sang und des "demi-sang
anglo arabe" vorgenommen. Wobei letztere in das "Stud-Book Francais
Abteilung Anglo-Arabe" aufgenommen wurden. Seit 1945 ist das anglo-arabische
Gestütbuch geschlossen. Es dürfen nur noch Pferde als Anglo-Araber
bezeichnet werden, die in diesem Gestütbuch eingetragen sind. Die Pferde,
die nicht 25% Araber-Blut führen und unter ihren Verwandten
Anglo-Normannen oder andere Halbblutpferde besitzen, werden seitdem als "cheval
de selle francais" bezeichnet (Ministere de l'Agriculture - Paris).
Anglo-Arabisches Halbblut (AAH)
Der Anglo-Arabische Halbblüter darf zusätzlich maximal 25% Gene fremder Rassen führen.
Shagya-Araber (ShA)
siehe Rassepräsentation Shagya
Partbred (V)
Die noch junge Rasse Arabisches Partbred strebt über die Methoden der
Kombinations-, Veredlungs- und Reinzucht ein Pferd mit guten
Gebrauchseigenschaften für alle Reit- und Fahrsportdisziplinen mit
deutlich erkennbaren Eigenschaften des arabischen Pferdes an.
Bei der Züchtung muss das erzeugende Fohlen mindestens einen Blutanteil von
50% vom im Zuchtverband geführten Rassen, davon aber mindestens 25% der
Rassen AV oder ShA, führen. Als Berechnungsgrundlage für die Blutanteile
der Elterntiere werden vier Generationen herangezogen.
Ein Beispiel konsequenter Einkreuzung arabischer Pferde in die Warmblutzucht
ist die Trakehner Rasse. Immer wieder veredelten sie ihre Rasse mit arabischem Blut.
weitere Abkürzungen:
AH steht für Arabisches Halbblut,
db für desertbred dh. Wüstenaraber,
or. ar. für Original Araber dh. im Orient geborener Vollblutaraber,
ox für Arabisches Vollblut,
x für Anglo Arabisches Vollblut,
xx für Englisches Vollblut

Das arabische Vollblut soll eine Widerristhöhe von 147.3 - 149.8 bzw. 153 cm Stockmass haben.
Es soll einen schön getragenen Kopf und Schweif, kräftige Muskeln, bedeutende Gelenke,
wobei der Vordermittelfuss nicht stärker als 19.1 cm sein soll, und glasklare und trockene Sehnen besitzen.
Der schöne Kopf soll ein grosses, beim Hengst kühnes,
bei der Stute sanftes Auge zeigen. Ramsköpfe, abfallende Kruppen, grobe kräftige
Knochen sowie schwere Hälse und Schultern findet man öfter in Nordafrika, sie
deuten auf Beimischung von Berberblut.
Der Beduine beurteilt das Exterieur eines Pferdes nach seinem Kopf. Wobei es folgende Merkmale zeigen soll:
ein oben breiter, nach unten sich verjüngender kurzer Gazellenkopf
eine schildförmige, hohe ausdrucksreiche Stirn
einen zwischen den Ganaschen breiten Kopf
einen Nasenrücken, der konkav eingebogen ist
grosse, weit offene, stark erweiterungsfähige Nüstern mit lebhaften Bewegungen, dreieckiger anstatt runder oder zweieckiger Umriss der Nüstern oder Lippenpartie
die Unterlippe soll kürzer als die Oberlippe sein
Das arabische Vollblutpferd ist im Vergleich zum englischen Vollblut und zu den Warmblutrassen verhältnismässig
kurz. Die Lendenpartie hat nur 5 - 6 Lendenwirbel (Warmblüter besitzen 6, Kaltblüter 6 - 7)
und 16 Schweifwirbel (Warmblut- und Kaltblutpferde besitzen 16 - 20).
Das Gewicht des ausgewachsenen Vollblutarabers beträgt ca. 400 - 450 kg.
Der Araber ist ein ausgesprochen spätreifes, daher auch langlebiges Pferd.
Er ist verhältnismässig billig zu halten, da er keine hohen Futteransprüche stellt.
Seine Hufe sind hart und seine Beine widerstandsfähiger gegen Knochen- und Sehnenschäden als bei anderen Grosspferderassen.
Er erträgt grosse Anstrengungen und erholt sich schnell. Der Araber ist klug
und gelehrig. Er ist leicht einzureiten und geht freudig unter dem Sattel.
Es gibt Araber in fast allen Farben. Am verbreiteten sind Schimmel, ihnen folgen
die Braunen, ein geringerer Prozentsatz Füchse und nur wenige Rappen.
Was das Interieur, also den Charakter der Araber angeht, so kann man ihn unter zwei
Begriffe stellen: Menschenbezogen und Blutpferd. Die Bedeutung des ersteren dürfte
klar sein und erklärt sich schon aus seiner orientalischen Herkunft. Bei den
Arabern waren die Pferde Familienmitglieder. Sie wohnten und lebten mit ihnen
auf engstem Raum. Was den Begriff Blutpferd angeht, so ist darunter ein
sensibles, schnell auf Umwelteinflüsse reagierendes Pferd gemeint. Dadurch ist
der Araber kein Pferd für den Reitanfänger. Eine gewisse Reiterfahrung,
Sattelfestigkeit und Sicherheit ist vonnöten, wenn ein Reiter an diesen
sensiblen Pferden Freude haben will.
Quelle:
http://www.pferde-lexikon.de
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