Dieses Jahr werden auf dem Gestüt Nile Arabians in Brenles VD, unter der Aufsicht von Rita, Urs und Franziska Aeschbacher, vier Araberfohlen erwartet.

Das erste, ein Hengstfohlen von Dormane aus der Kadjouna de Nerak (Djourman x Aryana), kam am Mittwoch dem 16. April auf die Welt. Nil Ashman ist ein gesundes, kräftiges und grosses Fohlen.

Seit 1974 züchtet die Familie Aeschbacher erfolgreich Vollblutaraberpferde. Anfangs mit rein Ägyptischen Vollblütern, heute auch mit Linien aus der Französischen und Tunesienschen Leistungszucht.

Mit dem Import der beiden Kaisoon Töchter Naya und Set Abouha im Jahre 1975 brachten Rita und Toni Aeschbacher die ersten reinägyptischen Araber in die Schweiz.
Die Linie der Naya (Kaisoon x Nana v Tuhotmos) aus der Familie Kuhaylan Rodan ist bis heute Nile Arabians erfolgreichste Stutenlinie.

Ende der 80iger Jahre war Nile Arabians weltweit das erste Gestüt, das seine reinägyptischen Stuten mit bekannten russischen Hengsten wie Versal oder Gips anpaarte und so unter den reinägyptischen Züchtern, vor allem in Europa, ein Sturm der Entrüstung auslöste.

Aus einer solchen Anpaarung entstand der Hengst Nil Tarik 1991 (Gips x Nil Tahar v Ansata Halim Shah). Er behielt den Typ seiner Mutter und erbte die kraftvolle Aktion und längere Linie seines Vaters. Nil Tarik war 1992 Nationaler Junioren Champion in Bern und hat über 15 Nachkommen gezeugt, wovon die meisten auf der Beständeschau mit Gold prämiert und erfolgreich im Sport, der Freizeitreiterei und Zucht eingesetzt werden:
Lubna Montserrat, 1996 (ad Lesilva) war das beste Stutfohlen an der Beständeschau in Fehraltorf und gewann mit Melanie Mörig letztes Jahr den Araber-Cup Dressur.
Die Stute Al Guwa Amira, 1995 (ad Sheila Bint Silvanah) gewann 1996 die goldene Auszeichnung an der Beständeschau Fehraltorf und wurde 2002 in Bern Klassenzweite. Amira darf dieses Jahr Babypause einlegen, wird aber  danach sicher wieder an ihre Erfolge im Distanzsport anknüpfen können.
Die Zuchtstute Saskiah, 1994 (ad Silvanah Bint Silva) gewann 1996 den 2. Platz im Nationalen Championat in Bern und ist ein weiteres Verlasspferd.
Lahba Bint Silva, 1995 (ad Lesilva), war 1995 bestes Stutfohlen an der Beständeschau Fehraltorf und gewann die goldene Auszeichnung ein Jahr später an der Beständeschau in Fehraltorf.
Tareef, 1995 (ad Gajadi Ibn Estopa) wurde 1996 bester Jährlingshengst im Nationalen Championat in Bern. Weitere Nachkommen sind Taniz, Latiffa, Mares Morgana, Thamour ...

Nile Arabians begann Mitte der 90iger Jahre, als erste in der Schweiz, mit dem Aufbau von ausgewählten französischen und tunesischen Stutenlinien, die in den Staatsgestüten Frankreichs und in Tunesien seit Jahrzehnten ausschliesslich auf Leistung gezüchtet wurden. Mit diesem Zuchtprogramm sollen in erster Linie herausragende und vielseitig einsetzbare, arabische Reitpferde mit den Schwerpunkten Rennen und Endurance gezogen werden. Durch dem Zuchteinsatz der tunesischen Pferde greift Nile Arabians auf den ganz ursprünglichen, arabischen Wüstentyp zurück, der sich durch unvergleichliche Trockenheit, Ausdauer, Genügsamkeit und charakterlichen Sanftmut auszeichnet und in der heutigen westlichen "Schauzucht" immer seltener zu finden ist.

Doch noch heute wird bei Nile Arabians das reinägyptische Zuchtprogramm fortgeführt. Über die Stammstute Nil Najada (Ansata Halim Shah x Naya) und ihrer jüngsten Tochter Nil Nebetuu (v Maydan Madheen) kann Nile Arabians immer wieder auf eine Quelle reinägyptischen Blutes zurückgreifen.

Das Konzept gibt ihnen Recht: bisher gewannen Pferde aus dem Training oder Zucht von Nile Arabians, weltweit über 100 Schau-Championate und Klassensiege, darunter Titel wie Welt- und Europachampionate. Gleichzeitig konnten in den letzten Jahren im Rennsport in Europa insgesamt nicht weniger als 12 Siege bis zur Gruppe 1 und 24 Platzierungen erzielt werden. Ausgezeichnet haben sich Nil Krushan, Nil Nimra und das, im Jahre 2000 beste dreijährige Rennpferd in Deutschland: Nil Incipit (Dormane x Nil Najada) um nur einige "Renner" aus der Zucht zu Nennen.

 

Bei Nile Arabians in Brenles vergnügen sich heute vier Generationen selbst gezogene Stuten auf den riesigen, 20ha grossen Weiden.

Eine wertvolle Schönheit ist die 1991 geborene Stute Nil Tahani (v Versal) eine Tochter der legendären Tiffaha. Nil Tahani vererbt viel Typ und Leistung: Nil Beduin (v Barour de Cardonne) ist jetzt im Renntraining und bereitet sich für seinen ersten Start vor.

Mit Nil Nouza (Gips x Nil Nubia) 1994, eine weitere Stammstute bei Nile Arabians, ihrem 2001-Sohn Nil Es'saadi (v Ekstern) und mit Nil Nebraska (Pamir x Nil Najada) 1998 stehen weitere Juwelen auf dem Gestüt.

Ein Hengst darf natürlich auf dem Gestüt auch nicht fehlen: seit 30 Jahren ist der Shagya Hengst Hamilkar (Haladin x Csillag) in Familienbesitz. Er war immer ein geduldiger Lehrer der Reitschüler und geniesst heute in der schönsten Boxe seinen Lebensabend.
Hamilkar war nur einmal unvergessen im Deckeinsatz: sein Temperament wurde unterschätzt und der Stutenbesitzer durfte mit einem gebrochenen Arm nach Hause fahren. In der Zwischenzeit ist aus dieser Bedeckung ein kräftiger Hengst gewachsen, welcher heute zuverlässig unter dem Sattel geht.

Babyfohlen schauen war ein Grund für unseren Besuch in Brenles, ein anderer war ein kleiner Kurs im Showtraining. So wurde Nina von Urs Aeschbacher in die Philosophie des Showens eingeführt:

Das Aufstellen des Pferdes wird vorteilhaft auf ebenem und harten Boden geübt. Als Hilfsmittel dienen eine Gerte und ein Vorführhalfter mit Führkette.

Zur Exterieur Beurteilung an einer Show wird das Pferd dem Richter von der "Mähnenfreien" Seite präsentiert. Die Vorderbeine sollen parallel und die Hinterbeine offen stehen: das Hinterbein, welches näher beim Richter ist, soll etwas zurück stehen. Korrigiert wird nicht nach vorn, sondern seitwärts.
Mittels Anheben der Peitsche und der Führhand wird das Pferd dazu gebracht seinen Körper anzuspannen. Im Training soll diese Spannung immer nur von kurzer Dauer ein, denn es soll dem Pferd nicht verleiden.
Beim Schritt und Trab an der Hand ist darauf zu achten, dass das Pferd auf einer möglichst geraden Linie präsentiert wird: Schlangenlinien lassen den Richter womöglich auf Gangunreinheiten schliessen.

Herzlichen Dank Rita und Urs Aeschbacher für den schönen Nachmittag in Brenles.
Weiterhin viel Erfolg und bis zu den nächsten Fohlenbildern?

Besuchen Sie das Portrait zum Rennaraber, die Arabian-Vision 2001 und die Webseite von Nile Arabians.

araber-online.ch, April 2003