Geschichtlicher Abriss der Polnischen Araberzucht

der Polnische Araber-Typ

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das Staatsgestüt MichalowGeschichtlicher Abriss der Polnischen Araberzucht

Seit dem 16. Jahrhundert werden die Polnischen Araber geschichtlich erwähnt. So erstmals 1502, als Prinz Sanguscan das Gestüt Slawuta überfiel.
Wegen der unglücklichen geographischen Lage in der sich Polen befand, war es dem ständigem Angriff der es umgebenden Ländern ausgesetzt, und musste so eine gute, schnelle und widerstandsfähige Kavallerie entwickeln. Wie kann man dies besser als mit Pferden? Und welche Pferde waren schneller als die Araber?
Der Grundstock der Polnischen Araberzucht bildeten reinrassige Araber welche von den beduinischen Stämmen gekauft wurden.

Die bekanntesten Gestütsbauernhöfe Polens waren das Gestüt Slawuta (seit 1791 wurden dort von der Adelsfamilie Sangusko reinrassige Araber gezüchtet), das Gestüt Antoniny (Gestüt des Grafen Potocki, von hier kam Skowronek, welcher die Crabbet-Zucht massgeblich beeinflusste) und das Gestüt Biala Cerkiew (Bialocerkiew) des Grafen Branicki.
Sowie die Gestüte Jarczowce (des Grafen Dzieduszycki), Taurow und Pelkinie. 1845 wurden 408 Araber gezählt.
Das Gestüt Janów Podlaski wurde 1817 auf Befehl von Zar Alexander I von Russland gegründet (damals auch König von Polen). Reinrassige arabische Stuten wurden in Janów Podlaski jedoch erst ein Jahrhundert später gezogen. Seine Pferde erhielt das Gestüt aus aller Welt: 1920 kamen die Stuten Koalicja (eine Grossmutter des Witez II), Gazella II, Pomponia und Zulejma aus dem Gestüt Dzieduszycki bei Jezupol (PL). Weitere Pferde kamen aus Weil in Deutschland, aus Inocenzdvor in Jugoslawien, von Gestüt Pompadour in Frankreich, aus Bŕbolna in Ungarn und von weiteren privaten Gestüten in Polen.

Wie in jedem europäischen Land reduzierten die Weltkriege den Pferdebestand drastisch. Vor dem ersten Weltkrieg 1914 umfasste die Araberzucht 450 Pferde danach, 1918, waren es gerade noch 25 Araber mit sieben Fohlen. Liebhaber der Polnischen Araber gründeten 1926 die Gesellschaft für die Zucht Arabischer Pferde. Es erschien die erste Ausgabe des Polnischen Stutbuches (P.A.S.B). Nach den Kriegen wurde die Araberzucht vom Staat übernommen, welche sie heute noch die kontrolliert.

Im November 1930 brach im Auftrage von Prinz Roman Sanguszko (Gestüt Gumniska) sein Gestütsleiter Bogdan Zientarski mit seinem Begleiter Carl Raswan, nach Arabien auf. Ihr Ziel war es neues Blut für das Gestüt zu erwerben. Auf ihrer Reise hörten sie von einem ausgezeichneten sieben jährigem Kuhailan-Hengst der Ruala Beduinen. Zientarski schrieb von seiner ersten Begegnung mit Kuhailan Haifi: "Schliesslich höre ich ein Wiehern, sie führen Hengste vorbei und bringen den braunen Kuhailan Haifi. Die Knie zittern mir, das ist genau das Pferd, das ich suche. Nicht breit, trocken, auf hervorragenden Beinen, ohne die geringste Spur von Kuhhesssigkeit. Ein langer Hals, ein edler Kopf mit beweglichen Nüstern, ein herrlich hochgetragener Schweif. Spät in der Nacht wurde der Hengst gekauft." Kuhailan Haifi wurde 1924 von Khalef el Aouad gezogen und war der beste Hengst des ganzen Imports. Im Mai 1931 gelangte Zientarski zurück nach Gumniska und übergab dem strahlenden Prinzen vier Hengste und vier Stuten. Die Hengste Kuhailan Haifi, Kuhailan Afas, Kuhailan Kruszan und Kuhailan Ajouz. Letzterer brachte sechs Töchter und der Hengst Faher, der Vater von El Azrak. Leider verstarb Kuhailan Haifi früh, nachdem er 14 Fohlen (fünf Hengste) hervorgebracht hatte, das letzte wurde 1935 geboren, das einzige in dem Jahr.

Auch das Gestüt Janów Podlaski hatte seine Stuten zu Kuhailan Haifi gebracht. Gute Nachzucht ergab die Paarung mit der Janówer Stute Dziwa (1922, Abu Mlech x Zulejma). Im Frühjahr 1933 brachte sie den braunen Hengst Ofir, der mit seinen Nachkommen zum Schöpfer der modernen Polnischen Vollblutaraberzucht wurde. Ofir deckte von 1937 bis 1939 in Janów Podlaski als Hauptbeschäler und hatte einundzwanzig Fohlen. Seine bekanntesten Söhne (die drei "W"s), wurden alle 1938 geboren: Wielki-Szlem, Witez II, (1945 in die USA exportiert) und Witraz. Ein weiterer "W" Sohn war Wyrwidab (auch 1938 geboren) er wurde in "Wind" umbenannt und hatte grossen Einfluss auf die Deutschen Araberzucht nach dem Krieg.

1939 zählte Ofir und seine Mutter Dziwa zu der Gruppe der "Kriegsbeute", welche von Polen nach Russland verschleppt wurde. Im russischen Stutbuch ist Ofir als Vater von 64 Fohlen aufgeführt, unter anderem brachte er den Hengst Comet hervor. Von den 33 gezeugten Stuten wurden 21 Zuchtstuten. Die wichtigste Ofir Tochter war Mammona, geboren 1939 im Janów Podlaski Gestüt und später erfolgreiche Zuchtstute im Russischen Tersk. Über Mammona's Enkel Monogramm (Negatraz x Monogramma, in den USA gezogen) kam die Linie wieder zurück nach Polen. Menes und dessen Sohn Balaton gehen ebenfalls auf die Stute Mammona zurück.

Einige weitere Pferde aus dieser Periode gezüchtet in Janów Podlaski: Der Hengst Enwer Bey 1923 (Abu Mlech x Koalicja) welcher die Hengste Trypolis 1937 und Towarzysz Pancerney 1937 (nach Deutschland verkauft) hervorbrachte. Den Hengst Amurath Sahib 1932 (Vater von vielen Champions in den USA und Canada).

Von 1939–1945 starben 143 der 193 eingetragenen Pferde. Ein Jahr nach dem Krieg konnten 30 Stuten, 12 Fohlen und die Hengste Witraz, Wielki Szlem und Amurath Sahib, von ihrem Exil in Deutschland, nach Polen zurückgebracht werden. Und aus Bŕbolna kamen der Hengst Blaga (sein Sohn Doktryner war für einige Jahre Hauptbeschäler in Janów Podlaski) und die Stute Brda (Grossmutter von Arax, Darda, Druchna). 1948 kam die Stute Baza (Mutter der Hengste Czardasz und Branibor) und ein Jahr später die Pferde Aloes, Algeria, Algomey, Bulwa sowie Boltonka und Buszmen. 1951 wurden die Stuten wieder nach Bŕbolna zurückgebracht.
Das Gestüt Janów Podlaski war aber so stark beschädigt, dass man erst 1961 die Zucht wieder aufnehmen konnte. Während dessen es repariert wurde, wurden die Pferde in den drei neuen Staatsgestüten untergebracht: Nowy Dwor, Albigowa (wo Bask v Witraz ad Balalajka, 1956 gefohlt wurde, 1961 in die USA exportiert) und Klemensow. 1951 wurden die Pferde von Klemensow nach Michalow übergesiedelt.

Ein bedeutender privater Züchter war Baron Bicker, welcher in der Zeit zwischen den Kriegen, Pferde aus dem Gestüt Crabbet (England) importierte und züchtete (die Pferde Fasila, Rasim und Sardhana).

Nach dem zweiten Weltkrieg verschwand Polen hinter dem Eisernen Vorhang. Exporte ausser in die Sowjetunion waren nicht erlaubt. Ein reger Austausch fand mit dem Gestüt Tersk statt: 1958 kam Pietuszok nach Polen (Nachkommen: Wosk, Wilma) und wurde im Alter von 19 Jahren nach Kanada verkauft. Ebenfalls kam seine Vollschwester Potencja, welche 1955 das Derby gewann und eine eigene Stutenlinie gründete. Mit Prowierka (importiert 1956, einziges Fohlen war die Stute Prowarda) und Piewica (importiert 1958, sechs Nachkommen ua Penitent, Pilarka, Perkal, Piechur) kam die Szamrajowka Stutenlinie zurück nach Polen.
Der Import von Naborr 1956 brachte die Hengstlinie Ibrahim zurück. Und nachdem er einige gute Pferde gezeugt hatte (Negatiw, welcher wiederum Bandos ad Bandola, Kaseta und Tinian zeugte) wurde er 1962 nach Amerika verkauft.

Ein weiterer Einfluss auf die Polnische Araberzucht hatte der von Russland importierte Aswan (in Ägypten gezogen). Einige seiner Söhne wurden in Polen als Deckhengste eingesetzt: Magnat (1968 importiert, 1969 in die USA exportiert) und Palas. Im gleichen Jahr kam die Stute Parma, welche einige Champions hervorgebracht hatte.

Zur Zeit gibt es drei Staatsgestüte in Polen: Janów Podlaski, Michalow und Bialka (1982 errichtet) sowie immer mehr private Züchter. Jeder dreijährige Araber wird einem Renn- und Ausdauertest unterzogen, wodurch sichergestellt wird, dass nur die Besten zur Zucht weiterverwendet werden.  Jeden August wird in Janów Podlaski das "Polnische Araber Summer Festival" abgehalten in welchem die Polnische National Show, ein internationaler Renntag und eine öffentliche Auktion stattfinden. Ebenfalls findet ein "Silent-Sale" bei der Warschauer Rennbahn statt.

 

Der Polnische Araber-Typ

Der Polnische Araber wird als Rennpferd gezüchtet, wobei nicht die Schnelligkeit massgeblich ist sondern die Ausdauer, Kondition, Gesundheit und Mut. Er ist widerstandsfähig und kräftig hat grosse Augen und einen länglichen Rücken. Vorherrschend sind die Farben Braun, Fuchs oder Schimmel und die Pferde werden ca. 145 - 152 cm gross.

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Quelle:
http://www.arabianhorsebreeders.com